von unserem Mitarbeiter Klaus Gagel

Michelau — Am 23. September 1974 wurde in Michelau der "Mütterkreis" gegründet. Mit einem Abendgottesdienst in der Johanneskirche und einer anschließenden gemeinsamen Feier im Gemeindezentrum beging die rührige Gruppierung innerhalb der evangelischen Kirchengemeinde ihr 40-jähriges Bestehen. Zu den herzerfrischenden Erinnerungen trug auch die Anwesenheit des damaligen Vikars Rudolf Ranzenberger bei, dessen Ehefrau Erika zusammen mit Gudrun Oechsner den Mütterkreis vor 40 Jahren gegründet hatte.

Rückblick

"Erika Ranzenberger war auch die erste Leiterin der neuen Gemeinschaft. Diese entstand als Nachwuchskreis zum schon bestehenden Frauenkreis. Er setzte sich aus Frauen zusammen, die aus dem Jugendkreis hervorgegangen waren, verstärkt durch Mütter von Kindergartenkindern," erinnert sich die heutige Leiterin Hildegard Hönig. Schon zwei Jahre nach der Gründung übernahm die kürzlich verstorbene Kindergartenleiterin Gudrun Oechsner für acht Jahre die Führung des Kreises.
Seit Oktober 1984 kümmert sich Hildegard Hönig rührend um die Vereinigung. Für die 30 Jahre als Leiterin dankten ihr die Frauen mit anerkennendem Applaus, einem bunten Blumenstrauß und zwei Karten für einen Theaterbesuch in Coburg.
"Von Anfang an," so Hildegard Hönig, "war der Mütterkreis ein bewusst christlicher Kreis, der sich aktiv am kirchlichen Leben beteiligte." Vieles geschah dabei "im Verborgenen", auch wenn die Liste der Aktivitäten noch so lang ist.
Intern wurde eifrig über Fragen der Kindererziehung diskutiert. Themenabende über Glaubens- und Lebensfragen standen auf dem Programm, ge-schichtliche und kulturelle Themen wurden behandelt, über christliche Literatur diskutierten die Frauen und sie pflegten die Gemeinschaft.
Aktiv beteiligte sich der Mütterkreis an den Frühlings-, Herbst-, Advents- und Weihnachtsmärkten sowie an Gemeindefesten und Jubelkonfirmationen. Kein Weltgebetstag und kein Osterfrühstück verging ohne die Mitarbeit der Frauengruppe. Man arbeitete im Seniorenkreis mit, unternahm gemeinsame Ausflüge, Radtouren und Wanderungen. Dazu kamen Kirchenbesuche in benachbarten Kirchengemeinden von Buch am Forst bis Schottenstein und Schmölz.
In Themenabenden setzte man sich mit der Faszination der Märchen, Geschichten zu den vier Jahreszeiten, Biblischen Redewendungen und dem Phänomen des Glücks ebenso auseinander wie mit Sprichwörtern und Fragen der Toleranz und des Vertrauens. Auch beim Packen der Schulrucksäcke für das Partnerdekanat in Tansania packten die Frauen tatkräftig mit an.

Gründungsfrauen

Immer wieder stießen weitere Frauen zum Kreis. Nach dem Tod der ehemaligen Leiterin Gudrun Oechsner zählen heute noch Carola Alex, Monika Beier, Else Oester und Grete Schardt zu den Gründungsmitgliedern. Wie jung der Mütterkreis auch im 40. Jahr seines Bestehens geblieben ist, konnte man bei der Feier im Gemeindezentrum erleben. Herzhaft gelacht wurde über die Erinnerungen, die von Pfarrer Ranzenberger vorgetragen wurden. Einen lebhaften Gedankenaustausch gab es während der Bilderpräsentation, die Hildegard Hönig zusammengestellt hatte und die von Elke Kühnert präsentiert wurde. Da wurden alle herausragenden Ereignisse der vergangenen vier Jahrzehnte noch einmal lebendig. Man hatte allen Grund "Froh und dankbar zu sein". Unter dieses Motto hatte auch Dekan Grünwald seine Predigt im gemeinsamen Gottesdienst gestellt. Dankbar sein konnte man innerhalb des Mütterkreises für die langjährig gepflegte Gemeinschaft, die den einzelnen Mitgliedern viel gegeben hat. Dankbar sein konnte aber auch die Kirchengemeinde dem Mütterkreis gegenüber für all das, was der Frauenkreis in 40 Jahren für die Gemeinde ehrenamtlich geleistet hat. Dazu passte der bemerkenswerte Satz von Dietrich Bonhoeffer, den Dekan Grünwald in seiner Predigt zitierte: "Im normalen Leben wird einem oft gar nicht bewusst, dass der Mensch überhaupt unendlich mehr empfängt, als er gibt, und dass Dankbarkeit das Leben erst reich macht."