von unserem Redaktionsmitglied Jochen Nützel

Trebgast — Zehn Wetterportale parallel im Internet haben sie verfolgt, haben Temperaturprognosen beobachtet und die Niederschlagswahrscheinlichkeit für das kommende Wochenende studiert. Am Dienstagabend schließlich haben die für das Seefest 2014 verantwortlichen Vereinsvertreter beschlossen: Weil die Witterung zu unsicher ist, wird die Veranstaltung abgesagt. Wie schon im Vorjahr, als Starkregen das Gelände unter Wasser setzte.
Melanie Moos, die federführend für den TSV Trebgast an den Vorbereitungen zum Fest beteiligt ist, begründet das so: "Wir haben uns das gründlich überlegt, wollten aber auf Grund der finanziellen Verpflichtung für alle Beteiligten kein Risiko eingehen. Der Beschluss dazu war einstimmig, auch die Siedlergemeinschaft und die SPD als weitere verantwortliche Ausrichter teilten die Bedenken."
Es sei zwar kein Wolkenbruch wie im vergangenen Jahr zu erwarten. "Aber Regen ist für die nächsten Tage laut Prognosen eben auch nicht ganz auszuschließen gewesen." Dagegen hätten zwar die Zelte auf dem Sonnendeck noch Schutz geboten; der eigentliche Knackpunkt aber waren laut Melanie Moos die zu erwartenden Temperaturen; Gerade in den Abendstunden des Samstags, wenn die Live-Musik spielt, soll die Quecksilbersäule unter zehn Grad fallen. "Es ist eher unwahrscheinlich, dass sich gerade Familien mit ihren Kindern da für mehrere Stunden ans Wasser setzen. Zumal der Holzboden ja Lücken hat und die Kühle vom See ungehindert und unangenehm hochkriechen kann."
Die veranstaltenden Vereine wollten das Vabanque-Spiel mit einem möglichen Minus nicht wagen. "Die Fixkosten bleiben ja: Wir müssen das bestellte Essen abnehmen, die Miete für Essen- und Spülwagen bezahlen und natürlich auch die Musiker. Selbst wenn es uns ,nur' einige hundert Euro Verlust gebracht hätte - für ein Vereinsbudget ist das ein stolzer Betrag."
Bürgermeister Werner Diersch (SPD) steht hinter der Absage, auch wenn er sie bedauert. "Eine Verschiebung des Seefestes ist nicht möglich, der Veranstaltungskalender in der Gemeinde ist dicht gefüllt. Was ja auch ein gutes Zeichen ist."