Anstehenden Investitionen galt die Aufmerksamkeit: Die Bauinnung Bamberg hatte Bürgermeister, Investoren, Unternehmer und Handwerker zum traditionellen Baugespräch in die Zunftstube der Kreishandwerkskammer eingeladen. Wie sich herausstellte, werden in diesem Jahr gewaltige Summen bewegt.
Zwei auffällige Besonderheiten gab es allerdings bei diesem Baugespräch zum Jahresanfang: Zum einen fehlte der "Mann mit Hut", sprich Georg Pfister. Der Chef eines Tiefbauunternehmens war verhindert, weil er den Abend zusammen mit seiner Frau verbrachte - schließlich feierte er seine diamantene Hochzeit, wie Obermeister und Vorstandsvorsitzender der Bauinnung Hubert Reinfelder verriet. Und zum anderen die weitaus bedeutendere Tatsache: Angesichts der vielen Millionen Euro, die Stadt und Landkreis dieses Jahr in die Region investieren wollen, traute sich Baudirektor Wolfgang Kießling vom Amt für ländliche Entwicklung in Oberfranken seine Investitionssumme kaum nennen: "Angesichts der Hunderten von Millionen, die die Stadt und der Landkreis ausgeben, sind unsere sechs Millionen, die wir dieses Jahr meist in Maßnahmen zur Dorferneuerung investieren, regelrechte Peanuts."
So werde, wie Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) mitteilte, alleine die Stadt Bamberg mit ihren Töchtern und der Sozialstiftung im laufenden Jahr fast 100 Millionen Euro in die Bauwirtschaft investieren.
"Die beiden größten Brocken werden unsere Töchter, die Stadtbau und die Sozialstiftung in die Hand nehmen", berichte Starke. So werde die Stadtbau beispielsweise in die energetische Sanierung der Gereuth und die Fertigstellung der Pines-Area über 19 Millionen Euro investieren und die Sozialstiftung fast 19 Millionen Euro für den Neubau eines vierten Bettenturms sowie den Bau eines neuen Rechenzentrums ausgeben.
Ferner, so Starke weiter, würden die Stadtwerke fast acht Millionen unter anderem in die Wasserversorgung, die Fernwärme und ins Bambados stecken. Viel Geld fließe zudem in die Sanierung der Schulen. Und auch die Konzert- und Kongresshalle wird für rund 330 000 Euro eine neue Anlieferungsrampe sowie eine Erneuerung der Fluchtwegtreppe ebenso erhalten wie für die Generalsanierung der Gastronomieküche.
Ganz tief in die Tasche greifen will auch der Landkreis Bamberg und über 300 Millionen ausgeben. Geplant seien zahlreiche Instandsetzungs-, Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen an vielen Schulen innerhalb des Landkreises. Fast zehn Millionen Euro werden auch in Straßen- und Brückenbaumaßnahmen fließen.
"Zudem haben wir dieses Jahr die Sanierung der Operationssäle in der Jura-Klinik in Scheßlitz auf dem Plan und werden dafür insgesamt rund 7,5 Millionen Euro ausgeben", schilderte der stellvertretende Landrat Johann Pfister.
Ferner würden die 36 Gemeinden des Landkreises wieder ein Auftragsvolumen in Hoch- und Tiefbauten von geschätzten 70 Millionen vergeben. Und nicht vergessen werden dürften laut Pfister die zahlreichen Privatinvestitionen in Wohnungsbau und Gewerbe, die wohl auch heuer wieder bei rund 200 Millionen Euro liegen werden.


Heimische Betriebe

Beide Referenten, Starke und Pfister, versicherten am Ende des Gespräches, dass ein großer Anteil von den genannten Summen in die heimische Bauwirtschaft fließen werde. "Nahezu die kompletten Umbauarbeiten in der ARE oder der Pines-Siedlung werden von regionalen Baufirmen ausgeführt", unterstrich Starke. Aber auch bei den anderen Aufträgen versuche man immer, die heimischen Unternehmen zu bevorzugen.