von unserem Mitarbeiter Lothar Weidner

Grub am Forst — "Wir wollen für die Feuerwehren gute Rahmenbedingungen schaffen", sagte die SPD-Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld anlässlich eines Ehrenamtsempfangs der SPD-Landtagsfraktion für Feuerwehrleute im "Landgasthof Rose". Mit von der Partie war MdL Stefan Schuster, der feuerwehrpolitische Sprecher der Fraktion, früherer Feuerwehrmann aus Nürnberg und - wie er sagte - ein absoluter Fachmann.
Für Susann Biedefeld sind die Feuerwehren des Freistaates Bayern ein Markenzeichen, auch die des Coburger Landes, die hier allein 3000 ehrenamtliche Aktive stellen. "Sie stehen für Sicherheit, Brandbekämpfung, Katastrophenschutz, technische Hilfeleistungen und Rettung von Menschen in Gefahr. Kaum ein Ehrenamt genießt daher eine so hohe Anerkennung wie unsere Feuerwehrleute", sagte Biedefeld.
Gute Rahmenbedingungen zu schaffen sei Aufgabe der Landespolitik. Die SPD-Landtagsfraktion setze sich für die Belange der Feuerwehren ein. Den Empfang betrachteten die beiden Politiker als ein Dankeschön, aber auch als ein Mittel, Informationen und Meinungen auszutauschen. "Viele Feuerwehrler betrachten ihren Dienst als zweiten Beruf und stecken viel Herzblut in die Sache", meinte Biedefeld weiter, wobei das von vielen Menschen nicht anerkannt werde. 285 000 Mal rückten bayerische Feuerwehren jährlich aus. "Wir brauchen deshalb deren gesamtgesellschaftliche Arbeit", betonte Biedefeld, die die vielen vorbildlichen und einsichtigen Arbeitgeber im Coburger Raum lobte, nämlich dann "wenn der Piepser losgeht."
MdL Stefan Schuster stellte die Frage: "Wie sieht die Zukunft der Feuerwehren aus?" Wenn nichts getan werde, verringere sich die Mitgliederzahl von derzeit 370 000 weiter. Lösungen dagegen könnten Kinderfeuerwehren, die Einbindung von Schulen und das Heraufsetzen der Altersgrenzen für Aktive sein. Diskutiert werden müssten auch die weitere Förderung des Ehrenamtes, ein Mindestlohn, eine Feuerwehrrente und die Entbürokratisierung der Kommandanten-Arbeit.
Aufgrund eines SPD-Vorstoßes habe sich die Ausbilderzahl an Feuerwehrschulen gebessert, wobei der Bedarf an Lehrgängen bei Weitem nicht gedeckt sei. "Hier dürfen wir nicht nachlassen", sagte Schuster.
Bei der anschließenden Diskussionsrunde meinte der Dietersdorfer Kommandant Wolfgang Brasch, dass die momentane Altersbegrenzung auf 63 Jahre zu überdenken sei, da viele aufgrund ihrer Erfahrung und eines guten Gesundheitszustandes länger Dienst tun könnten. Auch wurde die Forderung laut, die Grenze von zwölf Jahren für Kinderfeuerwehren nach unten zu setzen.
Steuerliche Vorteile für Feuerwehrler wurden angesprochen, die bürokratische Entlastung und vor allem eine Ehrenamtsförderung, um in kleinen Gemeinden die Feuerwehren zu erhalten. Schuster und Biedefeld baten zum Schluss, konkrete Wünsche auf einer Liste einzureichen.