Seit dem 8. Januar läuft in 17 Orten in Bayern, gemeinsam mit der Wasserwacht-Bayern, die Initiative "Schwimmen für alle" der Firma Nordsee. Wichtigstes Ziel ist, die Zahl der schwimmfähigen Kinder zu erhöhen und damit die Zahl der Ertrinkungsopfer deutlich zu reduzieren. Dazu übernimmt die Firma Nordsee Patenschaften für Kinder.
Aktuell sind die Wasserwacht-Ortsgruppen Berg bei Neumarkt, Bobingen, Forchheim, Haunstetten, Kempten, Regenstauf, Rehau, Rimpar, Rottendorf, Thalmässing, Weiden/Flossenbürg, Veitshöchheim-Margetshöchheim, Würzburg, Neustadt/Aisch, Kemnath, Mainleus und Dillingen engagiert. Für die Wasserwacht Forchheim wurden fünf Patenschaften getragen.
Mit großem Erfolg wurde nun auch der Frühjahrskurs der Ortsgruppe Forchheim abgeschlossen. So konnten an die Kinder Urkunden und an zwölf Kinder die begehrten Seepferdchen-Abzeichen übergeben werden. Zwei Kinder waren sogar in der Lage, das Jugendschwimmabzeichen in Bronze abzulegen. Für ihre weiteren Schwimmbadbesuche bekamen alle Teilnehmer noch ein Badetuch der Firma Nordsee.
Diejenigen Kinder, die die Prüfung nicht geschafft haben, haben zumindest die Grundbegriffe gelernt und können daher auch mit Mama oder Papa nun fleißig weiterüben.
Vor zwei Jahren hatte das Unternehmen der Fisch-Systemgastronomie ein vergleichbares Projekt in Berlin initiiert. Dadurch konnten dort etwa 800 Kinder aus sozial- und finanzschwachen Familien schwimmen lernen. An diesem Projekt beteiligten sich weitere Paten. Gemeinsam mit der Wasserwacht-Bayern hat die Firma Nordsee jetzt für bisher 13 Orte im Freistaat ein vergleichbares Konzept entwickelt.
2014 ertranken alleine in Bayern 79 Menschen. 2015 stieg die Zahl, darunter auch Kinder, noch einmal an. Statistisch gesehen ist Bayern das Bundesland mit den meisten Ertrinkungstoten. Dies liegt vor allem an der hohen Zahl von Seen und Flüssen, die im Freistaat zu Wassersport und Schwimmen einladen.
Schon seit Jahrzehnten bietet die Wasserwacht-Bayern Schwimmkurse an, um aktiv gegen den Ertrinkungstod vorzugehen. "Schwimmen zu können bedeutet, neben den physischen auch die kognitiven Fähigkeiten auszuprägen und Spaß mit Gleichaltrigen zu haben", sagt Robert Jung, Mitglied der Geschäftsführung bei Nordsee.
"Besonders Kinder für die Gefahren am und im Wasser zu sensibilisieren und ihnen das Schwimmen beizubringen, ist für uns als größte Wasserrettungsorganisation Bayerns nicht nur Pflichtaufgabe, sondern eine Selbstverständlichkeit", erklärt Oliver Mignon, Mitglied der geschäftsführenden Landesleitung der Wasserwacht Bayern. Jährlich bringen die Ausbilder der Wasserwacht-Bayern über 15 000 Kindern das Schwimmen bei. Die Kurse umfassen jeweils etwa 20 Kinder, wobei die geförderten Kinder nicht herausgehoben und damit nicht diskriminiert werden. Die Wasserwacht organisiert die Plätze und übernimmt die Anmeldung. red