Am Wochenende nahm Radprofi Grischa Janorschke mit seinem Team Roth an zwei Eintagesrennen der UCI-Kategorie 1.1 teil. Am Samstag war der Altenkunstadter bei der Tour du Finistère am Start. Tags darauf stand der Klassiker Tro Bro Léon, also das "kleine Paris - Roubaix", auf dem Programm. Hier gewinnt der Sieger traditionsgemäß ein Ferkel. Beide Rennen zählen auch zur Coupe de France de cyclisme, einem 1992 gegründeten Klassement von 16 französischen Eintagesrennen, das sich über die ganze Saison erstreckt.


Pech bei Massensturz

Am Samstag gewann Baptiste Planckaert (Wallonie Bruxelles) die 31. Auflage der Tour du Finistere. Der 27-jährige Belgier setzte sich nach schweren 193 km von Saint-Évarzec nach Quimper im Bergaufsprint vor zwei Franzosen durch, nämlich Samuel Dumoulin (Ag2r) und Alexandre Geniez (FDJ).
Grischa Janorschke war fast mit seinem gesamten Team bei Kilomter 105 in einen Massensturz verwickelt. "Auf einer Straße, die gerade mal Feldwegbreite hatte, ging es nach Regen in einen Weg mit Matsch und Kuhscheiße. Einer ist gestürzt und dann waren rund 30 Fahrer gelegen. Mein Fahrad war kaputt. Bis ich mein Ersatzrad hatte, war das Feld auf und davon," berichtete der 28-Jährige, der vor der ersten Zielrunde 40 km vor dem Ende wie fünf seiner sechs Teamkollegen ausgestiegen ist. Lediglich der Schweizter Martin Kohler kam für das Team Roth ins Ziel - auf Rang 80. "Außer Abschürfungen und ein paar schmerzhaften Prellungen habe ich mich nicht verletzt, aber ärgerlich ist so ein Sturz in der Aufbauphase für meine Form schon,", so der Altenkunstadter, der mit seinen fünf Mitstreitern tags darauf aber wieder in der Bretagne aufs Rad stieg.


Durch die Bretagne

Beim französischen Eintagesrennen Tro Bro Léon (1.1) feierte das britische One Pro-Team überraschend einen Doppelerfolg. Bei der 33. Auflage des über zahlreiche Naturstraßen führenden Eintagesrennens sicherte sich der Däne Martin Mortensen nach 203,3 Kilometern den Sieg und die Prämie, ein lebendes Ferkel, vor Peter Williams. Was Mortensen mit seiner Trophäe machte, wusste Grischa Janorschke auf Nachfrage auch nicht.
Nachdem die meisten der 25 Sektoren über Naturstraßen 20 Kilometer vor dem Ziel gemeistert waren, lagen zehn Fahrer an der Spitze, die den Sieg unter sich ausmachten. 15 Kilometer vor dem Ziel löste sich Mortensen mit zwei Begleitern und fuhr einen kleinen Vorsprung heraus. Nachdem das Trio wieder gestellt war, versuchte es Mortensen fünf Kilometer vor dem Ziel erneut - allerdings wieder ohne Erfolg. Dennoch hatte der Däne noch Kraftreserven, um als Erster über den Zielstrich zu rollen.
Zu diesem Zeitpunkt war das komplette Sextett vom Team Roth schon ausgestiegen. Grischa Janorschke war in der ersten Ausreißergruppe noch vertreten. "Auch wenn einem der Sturz vom Vortag noch etwas im Kopf steckte, hielt ich in die Sektoren voll rein. Allerdings hatte ich dann einen Platten im Vorderrad, was auf Kopfsteinpflasterpassagen immer mal passiert. Bis ich einen Ersatz hatte, war ich aber am Ende der Verfolgergruppe und kam nicht mehr nach vorne", so der Oberfranke, über die Schwierigkeiten auf den engen Strecken, wo man maximal zu zweit nebeneinander fahren kann. Einen Sturz konnte er beim Plattfuß jedoch vermeiden. "Das Rennen war schon landschaftlich reizvoll, doch an der Küste blies auch ordentlich der Wind", berichtete Janorschke. Auch seine Teamkollegen waren vorne nicht mehr vertreten, sodass das Sextett kurz vor Schluss ohne Siegchance ausstieg. Am Ende kamen insgesamt nur 64 Fahrer ins Ziel.


Türkei-Rundfahrt ab Sonntag

Am Freitag fliegt der Altenkunstadter in die Türkei, wo das Team Roth an der einwöchigen Türkei-Rundfahrt (2.HC) teilnimmt. us