Das Thema Integration von Flüchtlingen beschäftigte kürzlich auch die Mitglieder des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV). Der Vorsitzende des Kreisverbands Kulmbach, Gerd Elsner, stellte in der Jahreshauptversammlung fest, dass die zugesagten zusätzlichen 160 Millionen Euro für den Unterricht mit Flüchtlingskinder an Grund-, Mittel- und Berufsschulen auch geflossen seien. Wunsch des BLLV sei es, "dass diese Mittel effektiv eingesetzt werden, indem die Schulen in Eigenverantwortung innovativ und kreativ passgenaue Lösungen umsetzen können".


Markt ist leergefegt

Da der Markt an Grund- und Mittelschullehrern leer sei, würden vermehrt arbeitslose Lehrkräfte von Realschulen und Gymnasien beschäftigt, deren Einstellungschancen ansonsten sehr gering seien. Deshalb, so Elsner, versuche man, diese gut ausgebildeten Pädagogen durch eine begleitete Qualifizierung für die Mittelschule zu gewinnen. Weiterhin fordere der BLLV zusätzliche Mittel, um geschulte Psychologen, Dolmetscher und Lehrer mit Kenntnissen in Deutsch als Zweitsprache einsetzen zu können.
Nach einer Erklärung des Kultusministeriums sei zwar die Unterrichtsversorgung für das Schuljahr 2016/17 gesichert, doch aufgrund der dünnen Personaldecke drohe bei Erkrankungen in den Wintermonaten ein massiver Unterrichtsausfall, da die mobilen Reserven zum Teil schon jetzt im Einsatz seien, kritisierte der Kreisvorsitzende. Alarmierend sei außerdem die Situation der Schulleitungen, die unter einer enormen Arbeitsbelastung stünden. Das habe sogar schon dazu geführt, dass Rektorenstellen zurückgegeben wurden oder nur schwer zu besetzen waren.


Mehr Planstellen gefordert

Der BLLV setzt sich laut Elsner darüber hinaus für die Bereitstellung weiterer Planstellen und die Ausweitung der Beförderungsmöglichkeiten für die Lehrkräfte an Grund-, Mittel- und Förderschulen ein.
Eine weitere Forderung sei die Öffnung von Realschule und Gymnasium für Kinder und Jugendliche mit Fluchthintergrund. Diese Kinder konnten bisher nur über den Umweg Mittelschule eine weiterführende Schule besuchen. Wenn dort Übergangsklassen eingerichtet würden, müssten natürlich zusätzliche Mittel und Planstellen zur Verfügung gestellt werden, sagte Gerd Elsner.
Ein letzter Punkt war der Hinweis auf das Manifest "Haltung zählt". Darin beklagt der BLLV die zunehmende Verrohung von Sprache und Umgangsformen, "die wir nicht tatenlos hinnehmen dürfen", sagte der Vorsitzende. "Wir müssen gemeinsam durch unser Vorbild unsere Gesellschaft vor Spaltung, Brutalität, Rücksichtslosigkeit und Radikalisierung schützen."
Den Kassenbericht erstattete Doris Lauterbach. Roland Lutz und Robert Hirschmann bestätigten ihre eine saubere Buchführung.
In der Aussprache wurden schulhausinterne Lehrerfortbildungen und gemeinsame Reisen vorgeschlagen. Fred Jansch erklärte, dass er diese organisieren würde. red