von unserer Mitarbeiterin Daniela Pondelicek

Coburg — Im Rahmen einer Feier sind am Freitagabend die Abschlusszeugnisse an der Rückertschule verliehen worden. Zum ersten Mal war auch Schulamtsdirektor Werner Löffler da, um die Schüler der Rückertschule auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt zu begleiten. "Für euch gibt es Perspektiven wie schon lange nicht mehr", sagte er. Dennoch liege es an den Schülern, diese Möglichkeiten auch zu nutzen. "Zukunft heißt wollen", betonte Werner Löffler. Auch von Existenznöten, Unsicherheiten und anderen Bedrohungen sollen sich die Schüler nicht unterkriegen lassen. "Das Leben ist ein Wagnis. Es ist nur wichtig, dass ihr eure Zeit sinnvoll nutzt", unterstrich Werner Löffler.
Schulleiter Manfred Greiner-Gunzenheimer wies in seiner Rede darauf hin, dass in der Rückertschule bereits seit 125 Jahren Schüler unterrichtet werden. Doch die Umstände seien im Jahr 1890 noch ganz anders gewesen. "Damals gab es noch riesige Klassen mit über 50 Schülern und die Lehrer waren streng, haben ab und zu auch mal den Rohrstock tanzen lassen", erzählte er. Dies sei heute undenkbar. "Die Schüler wachsen heute in Freiheit, Wohlstand und Demokratie auf", sagte Manfred Greiner-Gunzenheimer. Wichtig sei es, dass die Absolventen in Zukunft die Werte Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Lernbereitschaft verinnerlichen. "Nur dann können Fehler der vorherigen Generationen nicht wiederholt werden", betonte er.
Die Lehrerinnen der 9g, Kerstin Franke und Tanja Schmidt, hatten vor ihrer Ansprache weiße Blätter auf die Plätze der Schüler gelegt. "Ihr verlasst die Schule nicht mehr als weiße Blätter, und das ist auch gut so", sagte Kerstin Franke. Vielmehr seien die Erfahrungen und Erlebnisse der Schüler dafür verantwortlich, dass die Absolventen Ecken und Kanten bekommen haben, so wie ein Blatt, das man faltet. "Diese Ecken und Kanten machen euch aus", betonte Tanja Schmidt.
Kerstin Franke wolle aber auch denen Mut machen, die ihre Schulzeit negativ erlebt hatten. "Ihr habt euch manchmal wie ein zerknülltes Blatt Papier gefühlt. Doch jetzt, da die Schule vorbei ist, wird der Papierball wieder geöffnet und etwas Neues kann beginnen", erklärte sie.
Thomas Pregl schaute auf die Zeit als Klassenleiter der 9a mit gespaltenen Gefühlen zurück. "Manchmal bin ich an meinen Schülern fast verzweifelt. Doch es war eine menschlich schöne Zeit, in der wir alle zusammengewachsen sind", erzählt er. Die Beziehung zu seinen Schüler beruhe vor allen Dingen auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt, aber auch der Spaß komme nicht zu kurz. "Ich bin von meinen Schülern zu Quizduellen herausgefordert worden, die ich natürlich nur verloren habe, wenn ich es auch wollte", scherzte Thomas Pregl.
Für ihr Engagement als Streitschlichterin ist Katharina Sommer geehrt worden. Zudem hat die Schülersprecherin Ann-Sophie Schwaldt eine zusätzliche Anerkennung bekommen. Melanie Budler hat sich für die Integration ausländischer Schüler eingesetzt und wurde ebenfalls geehrt. Neben ihnen sind auch die Klassenbesten beider Abschlussklassen, Christina Schilling sowie Vanessa Debus, Simon Pacholek und Anna-Maria Humburg, für ihre schulischen Leistungen belohnt worden.