Die Diskussion um die zwei Schulorte des kleinen Grundschulverbandes Kirchlauter stand unter anderem im Mittelpunkt eines kommunalpolitischen Abends des CSU-Ortsverbandes Neubrunn-Kirchlauter. Dabei wies Vorsitzender Peter Stretz auf die Veranstaltung in der Heilig-Länder-Halle hin, "die ein besseres Ergebnis verdient gehabt hätte. Von der Rektorin Schorn und dem Bürgermeister ist dabei nichts Neues gekommen." Ein weiteres Bestehen des Grundschulverbandes sei nur mit Breitbrunn möglich. Das heiße gleichzeitig, dass man mit den Breitbrunnern einen Kompromiss finden müsse. Die alleinigen Verantwortlichen zur Schließung der Schule seien die beiden Bürgermeister.
Mit ihnen müsse verhandelt werden und sie müssten begreifen, dass "es uns um den Erhalt der Grundschule vor Ort geht". Dabei stand die Herangehensweise des eigenen Bürgermeisters Kandler sehr in der Kritik. Dass die nach Kirchlauter ausgelagerte Klasse nach Ostern wieder in Neubrunn unterrichtet werden soll, sei aber schon ein gutes Signal. Einige Versammlungsteilnehmer unterstrichen auch die Forderung, dass es mit den zwei Schulhäusern weiter so laufen sollte, bis die Schülerzahlen weiter zurückgehe. Das sei noch für ein bis zwei Jahre möglich.
Günther Geiling aus der Nachbargemeinde, ehemaliger Bürgermeister und auch langjähriger Schulleiter an einer Grundschule, erinnerte daran, dass schon bei der Auflösung der Schule in Breitbrunn das Thema "Schule Neubrunn" aktuell war und man damals einen Kompromiss erzielt habe. Kirchlauter sei Standort der Grundschule der beiden Gemeinden, weshalb der Grundschulverband nur für das Schulhaus Kirchlauter Kostenersatz bzw. Miete von der Gemeinde Breitbrunn bekomme. Als Pädagoge könne er sich nicht mit den flexiblen und gemischten halben Klassen anfreunden. Sie wären bisher in der Grundschule Kirchlauter aufgrund normaler Klassenstärken nicht notwendig und seien für ihn nur eine Möglichkeit, um einen Schulstandort zu erhalten.
Wer anders argumentiere, bei dem spielten andere Gründe eine Rolle. Keinesfalls stünden die Kinder im Vordergrund. Die Zusammenführung der Grundschulklassen in einem Schulhaus in Kirchlauter hätten aber viele organisatorische Vorteile, besonders bei längeren Krankheiten von Lehrkräften. Diese Aussagen änderten aber nichts an der Meinung der Neubrunner, dass die beiden Klassen so lange wie möglich in Neubrunn beschult werden sollen.


Schulverband und Ebelsbach

Auch das Thema "Schulsituation in Ebelsbach" kam zur Sprache, wobei Vorsitzender Stretz meinte, dass es den "Hauptschulverband Ebelsbach" eigentlich schon nicht mehr gebe oder nur noch auf dem Papier und dieser in die "Georg-Göpfert-Mittelschule" Eltmann eingeflossen sei.
Es seien ja nur noch zwei Klassen in Ebelsbach, die übrigen Räume würden von der Grundschule Ebelsbach, der Mittagsbetreuung der evangelischen Kirchengemeinde und der Gemeindebibliothek benutzt. Dazu komme jetzt noch, dass es einen Rechtsstreit zwischen den drei Verbandsgemeinden Breitbrunn, Kirchlauter, Stettfeld mit der Gemeinde Ebelsbach gebe, in dem die Gemeinde den Besitzanspruch für die Schule für sich fordere.
Geiling erinnerte daran, dass die Sanierung der Schule an der "oberen Heuernte" allein vom Hauptschulverband und den Gemeinden entsprechend ihrer Schülerzahlen finanziert und getragen wurde.
"Jetzt lacht sich die Gemeinde Ebelsbach noch ins Fäustchen, weil sie eine völlig neue Schule für ihre Grundschule hat. Dazu will sie auch noch einen Teil des Schulgrundstücks verkaufen und den Erlös allein in ihre Gemeindekasse einbringen und am liebsten für ein Butterbrot auch die Immobilie Schulgebäude übernehmen. Dies könnten die übrigen Gemeinden nicht hinnehmen", so Geiling. red