Zum Thema Umgestaltung des Neustadter Marktplatzes :

Der Wettbewerb um die Verschönerung der Neustadter Innenstadt ist gelaufen. Man kann nur hoffen, dass das Ergebnis die Verantwortlichen anregt, das Erscheinungsbild der neuen Sparkasse zu überdenken. Der Marktplatz wird in der Denkmalschutzliste als Ensemble dargestellt, welches überwiegend aus klassizistisch beeinflussten Fassaden besteht. Die Fotomontage zeigt den Ehrgeiz, die Bausünden der Nachkriegszeit konsequent zu wiederholen: eine Kreuzung aus Schuhkarton und postsozialistischem Plattenbau.
Eigentlich kann es weder im Interesse der Sparkasse noch des Architekten und schon gar nicht
derjenigen sein, welche diese Fantasielosigkeit genehmigt haben, in ein paar Jahren das sicher nicht billige Repräsentationsbauwerk als Beispiel misslungener Altstadtintegration in Fachzeitschriften wiederzufinden. Klassizistische oder klassizistisch inspirierte Bauten bestechen durch ihre harmonische Schlichtheit bei gleichzeitiger Funktionalität. Es dürfte die Mittel der Sparkasse kaum sprengen, ein solches Gebäude dorthin zu setzen, wo es hingehört. Genauso ist es anzuzweifeln, dass ein dominanter Turm für einen Fahrstuhl zwingend notwendig ist. Es gibt genügend gegenteilige Beispiele. Doch es gibt noch Hoffnung, dass die Ästhetik siegt!
Ernst Kienel
Coburg