Am Sonntag, 16. Juli, wird bayernweit an den DFB-Stützpunkten der Jahrgang 2006 gesichtet. Anmeldungen sind über die Homepage des Bayerischen Fußballverbands (BFV) möglich. Auch das Team am DFB-Stützpunkt Sand hofft auf viele Talente, die sich präsentieren wollen und womöglich in die Fußstapfen von Tom Schütz treten, der den Sprung nach oben über den Stützpunkt geschafft hat.
Er ist das Vorbild. Der aus Ibind in der Gemeinde Burgpreppach stammende 29-Jährige gehörte einst auch zu den Spielern, die an einem Sichtungstag den Sprung an den DFB-Stützpunkt im Landkreis Haßberge geschafft haben.
Heute ist der Mittelfeldspieler Profi bei Arminia Bielefeld und als Kapitän und Sechser eine Leitfigur. Mehr als 300 Spiele in der 2. und 3. Liga stehen in seiner Vita. Erst kürzlich kürte ihn das Kicker-Sportmagazin, nachdem er maßgeblich zum Klassenerhalt von Arminia Bielefeld im Unterhaus beigetragen hatte, zu einem der überragenden Mittelfeldspieler der 2. Liga. In der Kicker-Rangliste des deutschen Fußballs landete er in der obersten Kategorie "Herausragend" auf Rang 3.
"Tom Schütz ist der Beweis, dass man es auch aus dem Landkreis Haßberge heraus fußballerisch zu etwas bringen kann", erzählt Michael Kotterba. Der Leiter des DFB-Stützpunktes in Sand steht mit dem 29-Jährigen, den er einst am Stützpunkt betreut hat, noch immer regelmäßig in Kontakt. Der Ibinder, der über den TSV Burgpreppach, den 1. FC Haßfurt, FC Bayern München II und den SV Babelsberg in Bielefeld gelandet ist, steht an der Spitze der Talente, die es geschafft haben. Weitere könnten folgen.
In den vergangenen Jahren entwickelte sich Keeperin Julia Funck, die bei den Jungs in der U17 des FC Sand und bei den Mädchen der SpVgg Greuther Fürth spielt, zu einer der besten Torhüterinnen ihres Jahrgangs in ganz Deutschland. Sie gehört zum Stamm der Bayernauswahl und wurde auch schon fürs Nationalteam der Mädchen gesichtet.
Auch aktuell stehen mit Andreas Kundmüller und Jonas Hartwig zwei Akteure der Bayernauswahl im Kader des Stützpunkts. Letztgenannter war sogar beim Sichtungsturnier des DFB in Bad Blankenburg dabei. "Er hat sich dort gut präsentiert", lobt Horst Derra das Talent, das ab der kommenden Saison beim 1. FC Nürnberg den nächsten Schritt auf dem Weg zum Profi gehen wird. Ob er es schafft, wird man in ein paar Jahren wissen.
"Die Tür ist in jedem Fall auch hier bei uns auf dem flachen Land offen", sagt Kotterba. Einmal in der Woche, jeweils am Montag, bitten er und seine Kollegen Derra, Dirk Bauer und Markus Halbig, der für die Torwarte zuständig ist, die besten Spieler der Region zum Training auf das Sportgelände des FC Sand. Gut 40 Akteure aus den Jahrgängen 2002 bis 2005 werden nach einem vom DFB entwickelten Programm gefördert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Ausbildung der Technik und der Handlungsschnelligkeit.
Regelmäßig messen sich die Talente des DFB-Stützpunkts Sand auch mit den Spielern anderer Stützpunkte, zum Beispiel Großbardorf und Bamberg, oder aus Nachwuchsleistungszentren, zum Beispiel Coburg oder Schweinfurt. Zudem stehen auch Partien gegen Nachwuchsteams von Bundes- und Zweitligisten wie der SpVgg Greuther Fürth oder dem FC Ingolstadt, auf dem Trainingsplan. "Diese Begegnungen sind natürlich für alle Jungs und Mädchen ein echtes Highlight", erklärt Bauer. "Aber sie sind auch für uns Trainer wichtig, um zu sehen, wo die einzelnen Spieler stehen und wie sie sich entwickeln."
Zum Saisonende scheidet der Jahrgang 2002 aus dem Stützpunkt aus. Dafür rücken die besten Akteure des Jahrgang 2006 nach. Gesichtet werden sie am Sonntag, 16. Juli. Ein Team aus lizenzierten Trainern überprüft bei vorgegebenen Übungen den Leistungsstand der Kids. Die besten der ersten Runde werden eine Woche später bei einer Endsichtung noch einmal genau unter die Lupe genommen, ehe zwölf bis 15 den Sprung in den DFB-Stützpunkt Sand schaffen. Die Anmeldung für den Sichtungstag in Sand ist noch bis 30. Juni über die BFV-Internetseite möglich (siehe auch: https://ergebnisse1.bfv.de/editTalentsichtung.do) red