Kulmbach — Hinter dem Siegerteam "Tobser und Motzomat" verbergen sich die Nachwuchs-Börsianer Moritz Preuß und Tobias Wagner vom Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium. Das Team siegte nicht nur im Bereich der Hauptstelle Kulmbach, sondern auch im gesamten Geschäftsbereich der Sparkasse Kulmbach-Kronach. Knapp 60 Schüler-Teams aus Kulmbach hatten sich der Herausforderung "Börse" gestellt.
Beim Planspiel ging jedes Team mit den gleichen Voraussetzungen an den Start, denn jeder Spielgruppe wurde ein fiktives Anlagekapital von 50 000 Euro zur Verfügung gestellt. Für ihre Börsenaktivitäten hatten die Teams eine Auswahl von 175 deutschen und ausländischen Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und Investment-Zertifikaten zur Verfügung. Ziel war es, das Startkapital bestmöglich zu vermehren.
Das Zünglein an der Waage, das letztendlich über Gewinn oder Verlust entschied, war die geschickteste Anlagestrategie, die es in der Kürze der Zeit zu finden galt.
Die Siegergruppe "Tobser und Motzomat" schaffte mit einem Endstand von 59 528,05 Euro den stolzen Depotzuwachs von 19,1 Prozent, und das kann sich nach den Worten von Ulli Förtsch von der Unternehmenskommunikation der Sparkasse wirklich sehen lassen. Das reichte für Moritz Preuß und Tobias Wagner sogar für Platz 8 in Bayern und Rang 20 in Deutschland bei 34 400 Teams.
Damit schrammten "Tobser und Motzomat" um Haaresbreite an einem Geldpreis auf bayerischer Ebene vorbei. Die erfolgreichen Schüler tätigten 28 Transaktionen mit 13 verschiedenen Wertpapieren.
Moritz Preuß (17): "Es hat Spaß gemacht, am Börsenspiel teilzunehmen und dabei auch Erfahrung zu sammeln. Es war aber auch die Motivation dabei, etwas zu gewinnen." Ob er in Zukunft den Gang an die Börse riskiert, beantworte Moritz Preuß salomonisch: "Wenn man genug Geld hat, kann man schon investieren." Für Tobias Wagner (15) stand der gleiche Ansporn im Mittelpunkt: "Nur, wenn ich Geld übrig habe, würde ich an die Börse gehen." Vor allem der Kauf der Aktien "Sixt" und "Intell" hat dem Team gute Rendite gebracht.
Das Planspiel dauerte vom 1. Oktober bis zum 10. Dezember und fiel in eine schwierige Zeit - wirtschaftlich wie politisch. Wie Ulli Förtsch von der Unternehmenskommunikation der Sparkasse erläuterte, lag der Deutsche Aktienindex (DAX) am ersten Spieltag bei 9382 Punkten, am letzten bei 9799 Punkten. In der Zwischenzeit gab es Werte von unter 8600 Punkten bis über 10 000 Punkte. "Ihr alle wart live dabei und habt sicher festgestellt, dass sowohl unternehmerische als auch politische Entscheidungen - insbesondere aber auch Stimmungen und Gerüchte - die Aktienkurse beeinflussen können." Dieser Prozess sei nicht immer leicht zu verstehen.
Gerade in Zeiten unruhiger Finanzmärkte verdiene die deutliche Erhöhung des ursprünglichen Depotwertes, wie es die Siegerteams geschafft hätten, hohen Respekt. Ulli Förtsch: "Viele von euch haben sich in der Tat toll aus der Affäre gezogen. Insgesamt 92 von unseren 132 Teams schafften es in die Gewinnzone, das sind rund 70 Prozent." Ein wesentlicher Faktor das Börsenspiels ist, dass die Teilnehmer Finanz- und Wirtschaftskompetenz erlangen und dabei auch Verantwortung im Team und selbstständiges Arbeiten lernen. Ulli Förtsch: "Und genau hier setzt das Planspiel Börse an!"
Dirk Unger vom Wertpapier-Center der Sparkasse Kulmbach-Kronach warf einen Blick auf das aktuelle Börsengeschehen und zeigte auch einige Perspektiven für die Zukunft auf, falls jemand mit seinem eigenen Kapital den Gang an die Börse wagen will. Werner Reißaus