"Ich finde, wir sollten mal wieder etwas Praktisches machen", meint Steffen Biskupski. Die Schüler der 8aG der Altenkunstadter Mittelschule finden den Vorschlag ihres Klassenlehrers prima. Aber wie kann dieses praktische Werkeln aussehen? Auf jeden Fall soll die ganze Schulfamilie etwas davon haben, sind sich die Jugendlichen einig. Das Resultat ihrer Überlegungen ist eine Sitzgruppe für den Pausenhof, die am Mittwochnachmittag im Rahmen einer kleinen Feier ihrer Bestimmung übergeben wurde.


Unterschiedliche Techniken

Fachmännisch betreut wurde das berufsvorbereitende Projekt von Michael Zuber aus Rosenheim. "Um die eigenen gestalterischen Ideen realisieren zu können, lernen und erproben die Schüler unterschiedliche handwerkliche Techniken", erklärt der Diplom-Kunsttherapeut. Wer seinen Lebensraum selbst gestaltet, fühle sich mit ihm verbunden. Mit Eifer gingen Maximilian, Luca, Bianca, Jana und die anderen Ganztagsschüler ans Werk; keine Arbeit war ihnen zu schwer oder zu kompliziert. Ein "Das kann ich nicht" gab es nicht. Beim Bau der Rundbank um einen Schatten spendenden Baum in der Mitte des Pausenhofs stellten die Jugendlichen fest, dass hier verschiedene Berufe zum Tragen kommen: angefangen beim Betonbauer und Maurer über den Fliesen- und Mosaikleger bis hin zum Schreiner.
Die Schüler setzten Gussformen zusammen, stellten eine Betonmischung her und gossen fünf Betonwangen. "Um eine gleichmäßig schöne Oberfläche zu erhalten, werden die Wangen geschliffen", erläuterte Zuber, der über die Professionalität, mit der die Schüler arbeiteten, staunte. Mundschutz und Schutzbrille durften wegen des Staubs nicht fehlen. Damit die Betonelemente auch optisch etwas hermachen, entwickelten die "jungen Fertigteilbauer" aus Glasmosaiksteinen verschiedene Farbdesigns und Muster. Die Steine wurden in Matten gelegt und anschließend mit einer Transferfolie abgenommen und in die Betonwangen eingeklebt. Im letzten Projektteil, der Endmontage, fügten die Jugendlichen zwischen den fünf Betonwangen hölzerne Sitzflächen ein, die sie genau abgemessen, ausgesägt und geschliffen hatten.
"Hier ist etwas Tolles entstanden, das ewig hält", ist sich Klassenlehrer Steffen Biskupski sicher. Zur Einweihung der neuen Sitzgruppe hatten sich neben Schülern und Lehrern auch Gäste im Pausenhof versammelt. "Ihr hattet da wirklich einen genialen Einfall", versicherte Konrektor Bernd Schick den Achtklässlern. "Seit der Auflösung der Burgkunstadter Mittelschule haben wir mehr Schüler. Folglich brauchen wir auch mehr Sitzmöglichkeiten im Pausenhof."


Motivation und Interesse

Der stellvertretende Schulleiter lobte Michael Zuber, der mit dem nötigen Know-how und viel Geduld das Projekt begleitet habe: "Sie haben versucht, bei den Schülern problemlösendes Denken zu fördern. Dass Ihnen das ganz wunderbar gelungen ist, zeigen die Motivation und das Interesse, mit dem sich die Jugendlichen dem Projekt gewidmet haben." Ein Kompliment machte Schick der 8aG: "Es ist fantastisch, wie ihr vier Tage lang im Team zusammengearbeitet habt. Auf das Resultat dürft ihr stolz sein." Die Einweihungsfeier war dem Rektor zufolge eine Idee der Ganztagsschüler: "Sie haben sie nicht nur organisiert, sondern auch die Gäste eingeladen." "Das habt ihr großartig gemacht", stellte der Vorsitzende des Schulverbandes, Bürgermeister Robert Hümmer, fest. Achtklässler Maximilian durchschnitt das symbolische Band und übergab damit die Bank ihrer Bestimmung. Finanziert wurde die Aktion "Sitzgruppe" vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus im Rahmen des Projekts "Praxis an Mittelschulen" und vom Schulverband.