Nichts ahnend saßen am Donnerstagabend Bürgermeister Siegfried Beyer und sein Stellvertreter Stefan Sigmund im Rathaus und schauten einige Baupläne durch, als plötzlich mit wildem Geheul die TSV-Gymnastikdamen hereinstürmten. Als die als Copacabana-Girls getarnten Frauen ein dreifaches "Presseck Helau" ausriefen, war klar, was Beyer und Sigmund bevorstand.
Ehe sie sich versahen, hatten die TSV-Damen den "Raum der Denkarbeit" im Regierungszentrum in einen Faschingstempel umdekoriert. Dazu riefen sie: "Heut' wird nichts mehr gearbeitet oder verwaltet, ab sofort wird auf Gaudi und Spaßprogramm umgeschaltet." Beyer und Sigmund ergaben sich wortlos ihrem Schicksal.
"Frauen sind einfach die besseren Männer, sind klüger und bessere Menschenkenner", prahlten die Frauen weiter und schnitten den beiden Bürgermeistern, wie es sich zum Weiberfasching gehört, die Krawatten ab. Auf eine Übernahme der Gemeindekasse verzichteten die TSV-Damen nur, weil die beiden Herren die Kosten für Pizza und Sekt übernahmen.
Bis zum Faschingsdienstag ist das Rathaus nun fest in Frauenhand, beide Bürgermeister sind ihres Amtes enthoben.
Erst am Aschermittwoch können die Pressecker wieder ins Rathaus, um einen Pass zu beantragen oder Gebühren zu bezahlen. kpw