Winfred Bogdahn ist tot. Der Mann, der von 1991 bis 2002 Bürgermeister der Kreisstadt war, starb 63-jährig am Donnerstag plötzlich und unerwartet zuhause in Lichtenfels. Die Nachrichten verbreiteten sich wie ein Lauffeuer, denn Bogdahn war nicht nur bekannt, sondern wurde von vielen Menschen auch sehr geschätzt.
Ein Nachruf, eine Spurensuche. Unsere Zeitung lässt Freunde und Wegbegleiter zu Wort kommen. Wirklich fassen kann das Geschehen noch niemand.
Winfred Weinbeer (FW, Stadtratskollege, Freund und Bogdahns Vorgänger als Vorsitzender des TSL): Je länger wir uns kannten, desto mehr wurde eine tiefe Freundschaft daraus. Ich war begeistert von seinen Talenten, die er in Vielzahl hatte. Er konnte analysieren und geschickt und inhaltsreich argumentieren.
Thomas Meier (Schulleiter des Gymnasiums in Burgkunstadt): Der Kollege Bogdahn war von der gesamten Schulfamilie geschätzt. Er hat die Schule von Anfang an in jeder Hinsicht bereichert. Wir trauern alle sehr. Er hat seine Fächer gelebt und er war jemand, der das große Ziel des Gymnasiums, eine Persönlichkeit aus den Schülern auszubilden, mit Herzblut und erfolgreich verfolgt hat.
Monika Faber (SPD-Stadtratskollegin und Mitstreiterin im Städtepartnerschaftskomitee): Es ist für uns unfassbar, wir (beide) waren von jung an Freunde. Der Fred wird in unseren Kreis sicherlich eine Lücke hinterlassen. Ich stehe auch noch unter dem Eindruck. Fred hat einen vitalen Eindruck gemacht - und dann so was.
Hans Peter Marx (stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender und stellvertretender Landrat): Wir waren alle geschockt, das ist etwas, was man sich nicht vorstellen kann, dass unser Fred nicht mehr bei uns ist. Er war jemand, der auch für mich ein Vorbild war. So stelle ich mir einen Kommunalpolitiker vor, so möchte ich auch einmal werden. Es ist gerade nicht vorstellbar, wie es im Landkreis, in der Stadt und in der SPD ohne ihn weitergeht.
Andreas Hügerich (SPD, Bürgermeister der Stadt Lichtenfels): Die Stadt, alle Menschen alle Vereine, verlieren einen Menschen, dem es wichtig war, dass die Stadt vorwärts entwickelt wird. Wenn man rumgeht, sieht man seine Handschrift. Er hat die Menschen in der Stadt berührt. (...) Er wird uns allen fehlen, ob der Stadt, dem Kreis und mir persönlich auch als väterlicher Freund. Er war immer ehrlich und geradlinig.
Rudi Breuning (stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat): Der Fred war ein offener, geradliniger Mensch, man konnte sich auf ihn verlassen. Er hat das gesagt, was zu sagen war, ohne sich anzubiedern.
Christian Meißner (CSU, Landrat): Seit 1991 waren wir in Verbindung. Je älter wir geworden sind, umso mehr haben wir es genossen, uns auseinanderzusetzen. Ich habe es geliebt, mit ihm zu streiten, und es geschätzt, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er war Demokrat und hatte Freude am Kern der Demokratie - an Rede und Gegenrede. Seit ich Landrat bin, habe ich eine unglaubliche Hochachtung davor, wie er die Sache im Blick hatte. Dieser Mann wollte unseren Kreis voranbringen.