Weil es inzwischen in höheren Spielklassen gang und gäbe ist, dass sie ihren Ball mit Harz griffiger machen, sammeln die Handballer bei vielen anderen Hallensportlern kräftig Minuspunkte. Deshalb war zuletzt über Jahre hinweg die Nutzung von Harz in der städtischen Frankenhalle verboten - jetzt könnte das Harz, freilich in veränderter Form, wieder ein Comeback in der Halle feiern. Der Kultur-, Sport- und Städtepartnerschaftsausschuss musste sich jedenfalls mit neuen Entwicklungen zu diesem Thema befassen.
"Schuld" daran ist der sportliche Erfolg der Neustadter Handballer, die als Spielgemeinschaft mit der Rödentaler SG ab nächste Saison in der Landesliga spielen. Und eben ab dieser Landesliga, erklärte Dritter Bürgermeister Martin Stingl, "darf wieder mit Harz gespielt werden". Harald Hofmann (CSU), der als Hausmeister der Frankenhalle in der Vergangenheit hinlänglich unerfreuliche Erfahrungen mit geharzten Handbällen sammeln musste, verdrehte angesichts dieser neuen Sachlage genervt die Augen. "Der Reinigungsaufwand nach Handballspielen war enorm", erinnerte sich Hofmann.
Wie Martin Stingl aus der Anfrage der TBVfL-Handballer berichtete, soll es seit kurzer Zeit ein wasserlösliches Harz auf dem Markt geben. Diesem werde attestiert, bei der Reinigung und den Auswirkungen auf andere Sportarten recht gut abzuschneiden. Zudem wäre es ein Stück "Gleichstellung" (sagte Stingl) für die Handball-Spielgemeinschaft, weil nahezu jeder Konkurrent in der Handball-Landesliga das Harzen des Balles zulasse.
So recht überzeugt wirkten die Mitglieder des Kultur- und Sportausschusses da nicht. Eine "fürchterliche Zumutung", sagte Bastian Schober (SPD), sei der Gebrauch von Harz. Selbst in Coburg, bei aller Euphorie um den Aufstieg der HSC-Handballer in die Bundesliga, gebe es immer wieder Ärger. "Alle anderen Sportmannschaften, die in der Arena spielen, beschweren sich", wusste Schober. Vera Weißbrodt (CSU), die früher selbst Handball spielte, konnte der Kritik am Harz nur zustimmen: "Es ist eine Sauerei."
Nur gut, dass es die Nachbarstadt Rödental gibt. Dort nämlich wird die Handball-Spielgemeinschaft einen Großteil ihrer Begegnungen austragen. Deshalb hat die Rödentaler Stadtverwaltung auch zugestimmt, dass die Handballer das wasserlösliche Harz probeweise in der Goebel-Halle testen dürfen. Andre Röttger, handballspielender Leiter des Neustadter Kulturamtes, bekam daraufhin eine Hausaufgabe mit auf den Weg: Er möge sich doch von den Rödentalern zeigen lassen, wie gut das neue Harz funktioniert. Eins zu eins auf Neustadt zu übertragbar werden die Erfahrungen aber wohl nicht sein, kündigte Röttger da gleich an. Er gehe davon aus, dass der Neustadter Hallenboden das wasserlösliche Harz besser verkraften gönne als dies der Rödentaler Boden tue. Aber auf eines müsse sich die Stadt t aber auf jeden Fall gefasst machen, zeigte sich Harald Hofmann überzeugt: "Der Reinigungsaufwand wird steigen.


Zuschuss für die Handballer

Erfreut waren die Mitglieder des Kultursenat hingegen über den zweiten Teil der Anfrage der TBVfL-Handballer. Weil sie mit der SG Rödental eine Spielgemeinschaft eingegangen sind, stellten sie den Antrag auf einen Sonderzuschuss, wie ihn erst im vergangenen Jahr der FC Haarbrücken und die Turngemeinde Neustadt bekommen haben. "Wir unterstützen Kooperationen gerne aktiv", sagte Martin Stingl, dessen Meinung sich der Kultur- und Sportsenat dann auch einstimmig anschloss. Die Handballer bekommen nun 1000 Euro, um die sportliche Zusammenarbeit mit Rödental weiter voran zu bringen.