von unserem Mitarbeiter Horst Wunner

Langenstadt — Das war ein Liederabend, der alle Ansprüche erfüllte: Nicht angestaubt und auf eingefahrenen Gleisen , sondern ungemein vielfältig. Moderne traf sich mit Traditionals, und zum Schluss ein großer "Gotthilf-Fischer-Chor": Alle stimmten mit ein, klatschten und wiegten sich im Takt.
Der gastgebende Gesangverein unter der Leitung von Zsuzsánna Molnár - ihr erster großer Auftritt als neue Dirigentin - hat mächtig dazugelernt, wusste sowohl lautmalerisch als auch vom Stimmvolumen her zu gefallen. Mit der Weise "Lebe dein Leben" setzte er noch besondere Maßstäbe, die fünf Tenorstimmen in einzelnen, ausgewählten Passagen kamen blendend zur Geltung. Sehr verinnerlicht, zart intoniert mit getragenen, leicht ziselierten Schlussakkorden machte der gemischte Chor auf sich aufmerksam. Und dann noch der überraschende Beginn des Konzerts, als der Aktive Klaus Bartels verkleidet nach der Musik suchte und sie dann tatsächlich ertönte, von der heimischen Sängerschar gekonnt in Szene gesetzt. "Sponomo, yekile", den Song aus Südafrika, interpretierten sie rhythmisch und kamen swingend aus der Tiefe des Raumes.

Einfühlsam und perfekt

Über jeden Zweifel erhaben ist auch der Gesangverein Unterwaiz. Dafür ist Günter Fischer am Taktstock, gleichfalls temperamentvoller Pianist, ein Garant. Wunderbar einfühlsam, perfekt artikuliert, das Lied "Wunder geschehen" in stringenter Form. "An Tagen wie diesen" wühlte auf, hinterließ schließlich ein glückliches Lächeln auf den Gesichtern der Besucher. Der Chor schöpfte aus großem Potenzial, stimmlicher Emotion und Homogenität.
Dann die Gitarrengruppe Kasendorf mit Leader Rainer Friedmann: Volksnah, lebensfroh und instrumental sicher. Als sie zum Mitsingen bekannter Schlager aufforderte, gab es kein Halten mehr. Das Publikum ging aus sich heraus.

Unverhoffte Zugabe

Mit dem Gedanken fast schon auf dem Nachhauseweg, sorgten die Unterwaizer mit einer unverhofften Zugabe für Melancholie. "Weit, weit weg" von Hubert von Goisern entpuppte sich als Seelentröster und Erinnerung des nicht mehr Wiederholbaren. Der Abend machte deutlich: Der Gesang auf dem flachen Land lebt intensiver als manche denken.
Darüber freute sich Berthilde Zapf, Vorsitzende der Sängergruppe Thurnau-Kasendorf, ein Grußwort sprach Gemeinderat Otmar Preußinger. Und Gesangvereinsvorsitzende Franziska Bartels, ein Gewinn für die Langenstadter Kultur, wurde für zehn Jahre Singen geehrt. Peter Preußinger bekam die Ehrennadel für 25 Jahre Treue.