Keine Frage, es ist wichtig und lobenswert, eine eigene Meinung zu haben und die auch gegen Widerstände zu verteidigen. Ja-Sager gibt es viel zu viele. Und: Die Demokratie lebt vom Austausch der Argumente.
Aber: Man darf von einem Mitglied des Kreistages auch erwarten, dass es auch zugänglich ist für Argumente, wie sie Ingenieurin Angelika Greßmann zuhauf geliefert hat. Statt Sanierung bekommt der Landkreis bei weniger Kosten ein Gebäude auf dem energetisch neuestes Stand, mehr Licht und mehr Platz. Warum Lisa Badum dennoch an einer Sanierung festhalten wollte, versteht wohl nur sie. Weil das so beschlossen wurde?
Klingt nach ideologischer Einbahnstraße, zumindest aber nach Rechthaberei. Aus Prinzip erst einmal dagegen zu sein, macht nicht unbedingt glaubwürdiger. Zumal Lisa Badums Behauptung, Kreisbaumeister Walter Neuner hätte wissen müssen, dass ein Neubau günstiger würde als eine Sanierung, hellseherische Fähigkeiten voraussetzt, wie Sebastian Körber zu Recht moniert hatte.
Es hätte Lisa Badum stutzig machen müssen, dass sie mit ihrer Meinung allein auf weiter Flur stand. Aber da war die Bundestags-Kandidatin der Grünen wohl bereits im Wahlkampf-Modus. Auch wenn der völlig unangebracht war. Ideologie, gleich welcher Couleur, hat in einem Kreistags-Gremium nichts zu suchen. Deshalb: Nicht zurück auf null, aber zurück zu einer sachlichen politischen Auseinandersetzung.