Wie groß der Informationsbedarf über rechtliche Möglichkeiten und Einschränkungen im Bereich der Tierrettung ist, zeigte sich an der großen Teilnehmerzahl am 2. Nordbayerischen Tierschutzstammtisch der SPD-Landtagsfraktion. Über 30 Tierschützer nahmen die Einladung der SPD-Landtagsabgeordneten und tierschutzpolitischen Sprecherin Susann Biedefeld in die Alte Wache in Hammelburg an. Dies meldete Biedefeld in einer Pressemitteilung.
Zu Beginn richtete Biedefeld ihren besonderen Dank an Marion Friedl, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, Landesverband Bayern sowie Vorsitzende der Tierschutzschule in Hammelburg, für ihre Unterstützung im Vorfeld der Veranstaltung.
Die Landtagsabgeordnete berichtete über aktuelle tierschutzpolitische Initiativen der SPD-Landtagsfraktion. Dabei kritisierte Biedefeld vor allem die mangelnde finanzielle Unterstützung durch den Freistaat. Die Fraktion fordere seit Jahren ein stärkeres finanzielles Engagement des Freistaates. Dennoch habe sich in den letzten Jahren daran nichts geändert.
Obwohl in vielen bayerischen Tierheimen ein großer Investitionsstau existiere und "Animal Hoarding"(Tiersammelsucht)- Fälle oder illegale Welpentransporte die Tierheime an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit stellten, gebe es vom Freistaat Bayern keinen einzigen Cent für die bayerischen Tierheime, so die Pressemitteilung.
Wie eine Recherche der Landtagsabgeordneten ergeben habe, stehe dies im Gegensatz zum Engagement in vielen anderen Bundesländern. "So stellt beispielsweise das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern den Tierheimen im Jahr 2017 allein 900 000 Euro zur Verfügung. Im Gegensatz dazu ist Bayern in Sachen Tierschutzförderung bundesweit nahezu Schlusslicht."
Biedefeld betonte: "Die SPD-Landtagsfraktion fordert daher vom Freistaat endlich Mittel für Investitionsmaßnahmen in Tierheimen, für eine Unterstützung bei großen Tierschutzfällen, wie illegalen Welpentransporten, sowie für ein Pilotprojekt zum Katzenschutz einzustellen".
Auch Evelyn Ofensberger, Leiterin der Rechtsabteilung beim Deutschen Tierschutzbund, wünscht sich mehr Unterstützung durch den Freistaat und berichtete über aktuelle Entwicklungen bei der Unterbringungen von Fundtieren, bei denen die Kommunen rechtlich gesehen dazu verpflichtet sind, die Kosten zu übernehmen. red