Höchstadt — Zu einem "Asylgipfel" haben Dekan Kilian Kemmer und der Sachausschuss "soziale und caritative Fragen" des Pfarrgemeinderates den jährlichen Runden Tisch der Sozialeinrichtungen erklärt. Der Thematik von Betreuung und Integration der Flüchtlinge in Höchstadt und Umgebung stellten sich zusammen mit dem Dekan Vertreter der katholischen Arbeitslosenberatung, der Barmherzigen Brüder Gremsdorf, des kirchlichen Dekanatsjugendamtes und der Stadtjugendpflege, der Caritas und der beiden Altenheime in Etzelskirchen und Höchstadt, des evangelischen Jugendhilfevereines, der Puckenhof, der Guttempler und des Weißen Rings, des städtischen Seniorenbeirates und des VdK, der Lebenshilfe und der Therapieeinrichtung Juleb, der WAB Kosbach und der Laufer Mühle, der katholischen Krankenhausseelsorge und des Pflege- und Sozialdienstes vom Kreiskrankenhaus St. Anna.
Die Sozialpädagogin Anna Lena Matern von der Asylberatung der Diakonie ordnete die örtliche Situation in Höchstadt zunächst in den bayerischen, bundesweiten und europäischen Kontext ein. Der Aussage der Bundeskanzlerin ("Wir schaffen das") stimmte sie zu, für den Fall, dass die Verwaltungshürden beschleunigt, Betreuungspersonal und für Spracherwerb aufgestockt und eine schnelle Möglichkeit für Arbeit geschaffen werde: "Dann können Integration und Inkulturation gelingen." Ohne das Engagement des Ehrenamtes wäre sie als einzige Hauptamtliche in der Betreuung überfordert.
Der Einsatz des Lebensmittelpunktes durch die Laufer Mühle hat nach Ansicht von Anna Lena Matern Vorbildcharakter. Michael Thiem, Gesamtleiter der Laufer Mühle erläuterte das Flüchtlingsbetreuungskonzept seiner Einrichtung. Nach der großzügigen und notwendigen Erstausstattung finden die Flüchtlinge im Lebensmittelpunkt eine Anlaufstelle für Nahrung, Kleidung, Sprachkurse und Schulkindbetreuung. Allerdings, so Thiem, muss ausgehend vom Solidargedanken und dem Prinzip der Subsidiarität auch Eigenleistung und geringe materielle Bezahlung aus dem vorhandenen Taschengeld erfolgen. "Flüchtlinge dürfen nicht privilegierter behandelt werden als einheimische Sozialhilfeempfänger", was de facto von Staats wegen der Fall sei und nicht durch Überhäufung von Sach- oder Geldspenden überzeichnet werden dürfe.


"Ängste abbauen helfen"

In der Diskussion waren sich alle einig, ein Netzwerk von Integrationsmöglichkeiten zu knüpfen und die Ängste in der Gesellschaft abbauen zu helfen. Jürgen Ganzmann von der WAB Kosbach berichtete über die besondere Herausforderung in der Betreuung minderjähriger und traumatisierter Jugendlicher, die seine Einrichtung anbietet. Dekan Kilian Kemmer kündigte an, allen Flüchtlingen den Sinn und den Inhalt des Weihnachtsfestes nahebringen zu wollen und keine sinnlose Päckchenaktion zu starten. Ein Gutschein für das Sozialkaufhaus oder den Lebensmittelpunkt soll jedem Flüchtling eigenverantwortlich die Möglichkeit geben, sich etwas Notwendiges anzueignen. Viele ähnliche "Win-win-Aktionen" konnten durch die erfolgten Querverbindungen der Einrichtungen beim "Asylgipfel" im Pfarrheim angedacht werden. red