von unserem Mitarbeiter  Simon albrecht

Pfarrweisach — Die geführten Besucherzahlen in der Burgruine Lichtenstein sind rückläufig, dafür aber erleben die sogenannten "ungeführten" Burgruinenbesuche einen Boom.
Dies wurde bei der Hauptversammlung des Heimatvereins Pfarrweisach im Gasthaus Eisfelder deutlich. Wie Vorstandsmitglied Willi Günther aus Lichtenstein berichtete, seien die Besucher wegen eines fehlenden Wirtshauses mit Rucksackproviant gewappnet. Das gelte für komplette Touristenbusse, wie auch für Radler oder Wanderer, die schweißtreibend den Lichtensteiner Berg erklimmen.

Nur noch fünf Führungen

Damit ist die landläufige Meinung, die Besucher in der Ruine Lichtenstein würden weniger, nicht mehr aktuell. Wie der Vorsitzende des Heimatvereins, Horst Ruhnau, berichtete, seien es im Jahr 2013 zehn Führungen mit 198 Teilnehmern gewesen, dagegen im vergangenen Jahr nur noch fünf Führungen mit 113 Personen. Ruhnau hofft, dass es mit geführten Wanderungen wieder bergauf geht.
Die Burgruine Lichtenstein ist zwar in den Händen des Landkreises Haßberge, die Betreuung liegt jedoch beim Heimatverein Pfarrweisach. Landrat Wilhelm Schneider (CSU), Gast bei der Jahresversammlung,lobte , dass sich die Mitglieder "blendend um die Burgruine kümmern". Das Projekt Burgenwinkel sei "sinnig, auch wenn es Kritik gibt".
Wie Dritter Bürgermeister Klaus Dünisch stellte auch Vorsitzender Ruhnau bei einem Rückblick fest, dass sich der Verein nicht nur um historische Anliegen kümmere, sondern aktuelle Themen im Programm habe. Der Verein sorge für den Blumenschmuck in Dorf und das freiwillige Mähen der Grünflächen. Das Hauptarbeitsgebiet des Vereins seien die Service-Arbeiten in der Burgruine, die vielen Kontrollgänge und Reparaturen, um das Felsenlabyrinth zu erhalten.
Heimat und Brauchtum wolle man auch in diesem Jahr pflegen. So plane der Verein einen Vortrag zum Ersten Weltkrieg mit dem Zeiler Historiker Ludwig Leisentritt, sowie den Erhalt der Naturdenkmale und einen Besuch des Sandstein-Kreuzwegs in Breitbrunn. Der Gestaltung und Verschönerung des Friedhofs in Pfarrweisach wolle man sich ebenfalls annehmen.