Kreis Forchheim — Im Stadt und Landkreis Forchheim bleibt das Verkehrsaufkommen und die damit verbundene Sicherheit ein Dauerthema. In den letzten Wochen und Monaten seien, so stellt die Bürgerinitiative (BI) für eine Südumgehung von Forchheim (ForumB470) laut einer Pressemitteilung fest, die Stimmen für Ortsumgehungen immer lauter geworden.
Eines der ältesten Projekte im Bundesverkehrswegeplan ist die Umgehungsstraße von Forchheim, der Bundesstraße 470. Bereits seit 1970 ist die Umfahrung Teil der Projektliste des Bundes.
Seit dieser Zeit hat sich nach Angaben der BI der Verkehr in Forchheim beinahe verdreifacht.

Massiver Anstieg

Die Folge sei nicht nur für die Anwohner in Forchheim spürbar. Die Erfassung der Verkehrsströme zeige seit den 90er-Jahren einen massiven Anstieg auf Ausweichrouten. Davon betroffen ist vor allem die Ortsdurchfahrt Gosberg, aber auch Weilersbach und Siedlungsgebiete in Reuth.
Berufspendler und Touristen suchen sich in den letzten Jahren verstärkt Ausweichstrecken. Wie sehr sich diese Problematik inzwischen auswirke, würden laut Bürgerinitiative auch die Stimmen der Online-Petition zeigen, die von ForumB470 initiiert wurde. Auch die Bürgerinitiative selbst meldet sich mit Neuigkeiten zum Thema Umgehung Forchheim zu Wort. Die Sprecher Martin Knorr und Johannes Heinlein berichten: "Natürlich nehmen wir auch die Bedenken bezüglich der Umgehung ernst und geben diese in unseren Gesprächen mit Bauamt und Politik weiter. So wurde uns bestätigt, dass in der Planung bereits Renaturierung und Rückbau alter Straßen beinhaltet und die Schaffung von Ausgleichs- und Biotopflächen vorgesehen sind."

Eine klare Antwort

Die beiden Sprecher erklären weiter: "Eine klare Antwort gab es auch vom Staatlichen Bauamt bezüglich der Verkehrsentwicklung in Ebermannstadt: Nein, der Bau der Umgehung Forchheim wird keine Auswirkung auf Ebermannstadt haben."
Bedenken, der Lkw-Verkehr auf Bundesstraßen könne wegen der "Mautflucht" zunehmen, sind für die BI damit ausgeräumt. Die Mautpflicht auf Bundesstraßen für Lkw kommt ab 2018. Dies sieht ein Gesetzesentwurf vom März dieses Jahres vor. Gespräche mit den regionalen Bundestagsabgeordneten Thomas Silberhorn (CSU), Hartmut Koschyk (CSU) und Andreas Schwarz (SPD) stimmen die BI laut Pressemitteilung zuversichtlich. Über 4800 Unterschriften für die Umgehung Forchheim sind zusammengekommen. Bei einem Termin mit Landrat Hermann Ulm (CSU) hatten die Mitglieder der BI Gelegenheit, sich über die Bedeutung einer Umgehung zu informieren.
"Die verbesserte Erschließung der Fränkischen Schweiz ist für mittelständische Unternehmen und die damit verbundenen Arbeitsplätze von zukunftsweisender Bedeutung", meinen Johannes Heinlein und Martin Knorr.
Derzeit wird im Verkehrsministerium der Kosten-Nutzen-Vergleich für die angemeldeten Projekte des Bundesverkehrswegeplans gerechnet. Das Ergebnis wird im zweiten Halbjahr 2015 erwartet. red