von unserem Mitarbeiter  Gerhard Schmidt

Maroldsweisach — Der Gemeindewald ist für den Markt Maroldsweisach keine reine Freude. Bei einem Waldbegang, wozu die Mitglieder des Gemeinderats und sonstige Interessenten geladen waren, bekamen die Teilnehmer aus dem Markt Maroldsweisach gleich zum Anfang ein Waldbild zu sehen, in dem es in letzter Zeit viel Ärger gab, wie Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) erklärte.
Es ging um einen Teil des Kommunalwalds "Rotholz" bei Eckartshausen. Gegenüber den Eckartshäuser Bürgern und den Ratsmitgliedern stellte der Bürgermeister klar, dass sich die Gemeinde wie auch die Forstfachleute an einen Forstwirtschaftsplan halten müssten.
Das "Rotholz" liegt oberhalb des Sportplatzes von Eckartshausen. Probleme gibt es, weil dort eine naturnahe Waldwirtschaft in schwierigem Gelände auf Extremstandorten mit bodenschonender Rückung erfolgen muss. Dies wollten die Eckartshäuser nicht einsehen. Sie lehnten die vorgenommenen Arbeiten ab und machten dagegen Stimmung. Beim Waldbegang konnten sich die Gemeinderäte vor Ort überzeugen, dass dort nichts anderes passierte als auch in anderen Wäldern, eine nachhaltige Waldbewirtschaftung.


In großer Besetzung

Förster Wolfgang Meiners nahm zusammen mit Forstoberrat (FOR) Jürgen Hahn, Maximilian Weißbrot, Hauke Köhn und Simon Tangerding, allesamt vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Schweinfurt, die Gemeinderäte mit in die Waldabteilung, um an den vier Waldbildern aufzuzeigen, wie eine sinnvolle Waldbewirtschaftung aussieht. Man blicke auf ein extremes Waldjahr zurück, weil zu großer Wechsel von Regen und starker Trockenheit den Forstleuten das Leben schwer machte.
Im nächsten Standort wurde ein Durchforstungseingriff in geasteten Kiefernbeständen gezeigt. Weiter ging es zu einem "Tannenvorbau mit vereinzelten Douglasien in einer Buchennaturverjüngung unter Schirm", wie es die Forstleute ausdrückten. Die Douglasie kann hier geschützt wachsen. Die letzte Einsicht erfolgte bei einem Naturschutzgebiet in Buchenalthölzern.
Bei der anschließenden Gemeinderatssitzung stellte Revierförster Wolfgang Meiners die Pläne der Forstleute für den Maroldsweisacher Wald vor. Die Jahresbetriebsnachweisung für 2015 ergab, dass in der Endnutzung 30 Festmeter und in der Vornutzung 1355 Festmeter auf 26,7 Hektar Waldfläche Holz geschlagen wurden. Kommendes Jahr sollen in der Endnutzung 90 Festmeter und in der Vornutzung 920 Festmeter auf 35 Hektar Waldfläche geschlagen werden. An Einnahmen werden rund 62 000 Euro erwartet. Dem stehen rund 45 000 Euro an Ausgaben entgegen, sodass gut 17 000 Euro Reingewinn erwartet werden.
Zahlen und Fakten zu den Ausgaben und Einnahmen für 2014/15 wurden nicht genannt, weil die Waldwirtschaftsjahre zeitlich umgestellt wurden und von die Zahlen daher wenig aussagen würden, hieß es.