Über drei Teilnehmer der Aktion Rollentausch freuten sich die Barmherzigen Brüder Gremsdorf in diesem Jahr. Ziel der bayernweiten, von den Wohlfahrtsverbänden initiierten Aktion ist es laut einer Pressemitteilung, Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft die Möglichkeit zu geben, soziale Arbeit und Pflege in der Praxis kennenzulernen.
Ludwig Nagel (CSU), Bürgermeister von Hemhofen, und Stefan Himpel (FW), Bürgermeister von Lonnerstadt, sowie Martina Stamm-Fibich (SPD), Mitglied des Bundestages, besuchten die Behinderteneinrichtung und arbeiteten dort mehrere Stunden mit.
Nagel stellte in der Naturwerkstatt seine handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis und unterstützte die Beschäftigten beim Schleifen von Ästen und Schmirgeln von Zweigen, die für den Bau von Vogelfutterstationen verwendet werden. Er betonte, wie wichtig es sei, Menschen mit Behinderung auch einmal bei ihrer Arbeit zu besuchen: "Sie können zeigen, was sie leisten und sind stolz darauf. Ich möchte ihnen diese Wertschätzung entgegenbringen."
Himpel besuchte den Berufsbildungsbereich der Werkstatt. Hier absolvieren Menschen mit Behinderung eine Art Lehrzeit, bevor sie in den einzelnen Werkstattgruppen mitarbeiten. Der Bürgermeister von Lonnerstadt war beeindruckt von der Herzlichkeit der Mitarbeiter und fand es bewundernswert, "mit wie viel Liebe die Gruppenleiter ihre Arbeit machen". Solche Besuche holten einen schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und zeigten, was wirkliche Probleme bedeuteten, äußerte Himpel.
Die Besucher der Seniorentagesstätte konnten sich über die tatkräftige Unterstützung von Martina Stamm-Fibich freuen, die beim Plätzchenbacken mithalf. Anschließend stand sie bei der täglichen Zeitungsrunde für Fragen zur Verfügung und erklärte den politisch sehr interessierten älteren Herren in einfacher Sprache komplizierte politische Sachverhalte.
"Was Menschen sehen, erfahren und erleben, das bleibt ihnen im Gedächtnis, kann sie unmittelbar berühren", so Katrin Heinz-Karg, Organisatorin der Aktion Rollentausch in der Gremsdorfer Einrichtung. Das Erlebte und auch das Gespräch mit Mitarbeitern und Bewohnern schaffe mehr Verständnis für die Situation der Menschen mit Behinderungen und der sozialen Einrichtungen. red