Die Elektromobilität hat es nicht leicht auf dem Markt. Das haben auch die Stadtwerke in Rödental erkannt. Sie wollen jetzt einen Beitrag leisten, es E-Fans etwas leichter zu machen und haben das Projekt "0 E (-) Mission" gestartet. Dazu gehört eine Stromtankstelle, die in der Rathausstraße eingerichtet wurde.
Es ist erklärtes Ziel der Bundesregierung, die Zahl der Elektrofahrzeuge zu steigern. Dem möchten die Stadtwerke nicht im Weg stehen. Doch Werkeleiter Michael Eckardt sieht auch, dass noch viel geklärt werden muss, wenn möglichst viele Fahrer auf E-Autos umsteigen sollen. "Zu klärende Themen sind, geeignete Ladeplätze zu finden, die ausreichend starken Strom liefern. Die Steckersysteme müssen passen, die Ladesäule muss leicht zu finden und zugänglich sein", zählt er auf.
Noch gibt es wenige Ladesäulen - was mit einem Preis von rund 20 000 Euro zu tun haben mag. Geld verdienen die Werke erst einmal nicht mit diesem Service. "Stromer" tanken bei ihnen bis auf weiteres kostenfrei. Bei einem Preis je voller Ladung für ein Auto von rund einem Euro ist das verkraftbar. "Momentan gibt es fünf Elektroautos in Rödental", weiß Michael Eckardt. Eines gehört den Stadtwerken, ein E-Up von VW. "Die Mitarbeiter sind begeistert, die wollen alle mit dem E-Auto fahren", schwärmt der Werkeleiter.


Reservierte Parkplätze

Die Parkplätze links und rechts der Ladesäule sind markiert und dürfen nur von E-Tankern genutzt werden. "Der Standort ist ganz bewusst gewählt", erklärt auch Bürgermeister Marco Steiner (FW). Wer sein E-Auto tankt, hat immerhin rund eine Stunde Zeit. Also sollten Tanksäulen dort sein, wo Geschäfte, Banken, Behörden oder Gastronomiebetriebe vorhanden sind. Denn das Tanken will für E-Fahrer immer mit etwas anderem verbunden sein. Dass sie E-Tankmöglichkeiten finden, ermöglicht übrigens eine App. "So kann auch jemand, der auf der Autobahn unterwegs ist, in Rödental abfahren und hier tanken", meint Eckardt.
Er weiß: "Oft werden E-Autos noch belächelt, aber die Verbindung von regenerativem Strom und Mobilität fasziniert. Erst recht, wenn Speicherfunktionen der Batterie in den Hausanlagen hinzu kommt." Gemeint ist, dass künftig die geladene Batterie des Autos bei einem Stromausfall Energie für die Hauselektrik abgeben kann. Eine Vision.


Preis als Nachteil

Im Augenblick kämpfen E-Autos noch mit einem hohen Anschaffungspreis. Wer die Differenz zum vergleichbaren Auto mit Verbrennungsmotor in Kraftstoff umrechnet, entscheidet sich nur schwer für die E-Variante. Die Bundesregierung diskutiert daher Anschaffungsprämien für E-Käufer.
Doch auch technische Fragen wollen noch beantwortet sein. So geht beim E-Auto Heizung, Klimaanlage und Beleuchtung vom Strom der Batterie ab - und damit von der Reichweite.
Die Stadtwerke wollen aber helfen, Vorbehalte gegenüber der neuen Technik abzubauen. Sie sind Gründungsmitglied einer Kooperation lokaler Partner im Klimaschutz mit den anderen Versorgungsunternehmen in der Stadt und dem Landkreis Coburg. Für die Elektromobilität haben sie ein eigenes Markenbild entwickelt. "0 E(-)Mission" soll die Umweltfreundlichkeit des Antriebs unterstreichen. Der Fuhrpark der Werke soll mit der Zeit ganz auf E-Autos umgestellt werden.
Für Bürgermeister Marco Steiner ist es ein angenehmer Nebenaspekt der Stromtankstellen, dass Besucher quasi gezwungen werden, ein wenig Zeit in der Stadt zu verbringen. Daher wird gerade überlegt, wo die nächste Stromzapfsäule aufgebaut werden soll. "Vielleicht kommt sie an die Domäne", überlegt Steiner.