Rödental — Herbert Ott war ein Künstler, dessen Werke bemerkenswerte Verbreitung fanden. Als Grafiker hat er zahllose Werke geschaffen, die in der Region und weit darüber hinaus bekannt wurden. Besonders geschätzt waren die Werke, in denen er bekannte Motive aus der Stadt und dem Landkreis Coburg künstlerisch festhielt. Als Grafiker hatte Ott eine markanter Handschrift gefunden, die einen hohen Wiedererkennungswert besaß. Zu seinem Bekanntheitsgrad trug sicher auch bei, dass ihn eine enge künstlerische Zusammenarbeit mit dem Coburger Tageblatt verband. So illustrierte er Jubiläumsbücher und gestaltete Motivserien zu Alt-Coburg, Rödental, Untersiemau, Seßlach, Rodach, Neustadt und Sonnefeld. Vor 100 Jahren wurde er in Kulmbach geboren. Die Stadt Rödental widmet ihrem ehemaligen langjährigen Gemeinderat aus diesem Anlass eine Ausstellung mit ausgewählten Arbeiten im Rathaus.
Schlichtheit zeichnete dem Menschen und Künmstler Herbert Ott aus. Sein langjähriger Weggefährte Werner Daniel, in Coburg in Erinnerung auch als einstiger Vorsitzender der "Gesellschaft der Musikfreunde", befand, "seine umfassende Beherrschung der grafischen Drucktechniken und die gediegene Ehrbarkeit seines Arbeitens bringen ihm den Vergleich mit den Kleinmeistern der Dürerzeit ein."
Arbeiten von Herbert Ott waren in aller Welt zu sehen - in Wien und Nancy ebenso wie beispielsweise in Paris, Mailand, Barcelona, Antwerpen und Krakau. Grafische Blätter Otts befinden sich in bedeutsamen Sammlungen - so in den Kunstsammlungen der Veste Coburg, im Gutenberg-Museum Mainz, in der Deutschen Staatsbibliothek Berlin.
Zu den künstlerischen Lieblingskindern Herbert Otts zählten Exlibris - überwiegend Holzschnitte, die ihm häufig Preise einbrachten.
Als Künstler fühlte sich Herbert Ott seiner fränkischen Heimat verbunden. Aus der Regionerwuchsen viele Motive seines Schaffens. Als Grafiker bevorzugte Ott zwei Motivgruppen. Zunächst waren es die fränkischen Städtebilder. "Jeder Blatt für sich", schrieb Werner Daniel, "ist der in Holz geschnittene Hochklang einer Stadt." Hinzu kommen zahlreiche Teilansichten, in denen die jeweilige Architektur voll zur Geltung kommnt. Der zweite große Komplex waren die Darstellungen des Propheten Daniel.
Auch als Buchillustrator machte sich Herbert Ott einen guten Namen. Illustrationen Otts erschienen in internationalen Fach- und Kunstzeitschriften. ct