von unserem Mitarbeiter Manfred wagner

Kreis Haßberge — "Unser oberstes Ziel", erklärt Gunter Häckner, "besteht darin, dass die Bürger und die Kommunen im Haßbergkreis die Energiewende aktiv mitgestalten." Aus diesem Grund begrüßt es der Geschäftsführer der Gesellschaft für erneuerbare Technologieprojekte (GUT) insbesondere, dass sich die Gemeinde Riedbach als Standortkommune des Sailershäuser Windparks mit 50 000 Euro als Kommanditist beteiligt. Obwohl in etlichen Ratsgremien das Thema erst noch behandelt wird, zeichne sich bereits heute eine breite kommunale Unterstützung ab, erklärte der Projektleiter, wie aus einer Miteilung der GUT hervorgeht.
Die Bürgerwindpark Sailershäuser Wald GmbH und Co.KG baut und betreibt zehn Windräder auf den drei Gemarkungen Riedbach (sieben Rotoren), Haßfurt (zwei) und Königsberg. Die Investitionssumme liegt bei knapp 46 Millionen Euro.
Wie Siegmund Kerker als Vorstandsvorsitzender der Bürgerenergiegenossenschaft Haßberge eG (BEG) bestätigte, sind zum jetzigen Zeitpunkt bereits 15 Städte und Gemeinden mit im Boot. Neun davon beteiligen sich mit mehr als 50 000 Euro und bestimmen damit als Kommanditist in der allerersten Reihe mit. Die anderen sechs Gemeinden sind neben den einzelnen Bürgern in der BEG vertreten. Fast überall wurden die Beschlüsse einstimmig gefasst. Nicht zufällig, so der langjährige Bürgermeister von Oberaurach und Bezirksrat, habe man eine Genossenschaft als Organisationsform gewählt.

Mit einer Stimme

Der Grundgedanke bei dieser alten, aber bewährten Kooperation bestehe darin, dass man gemeinsam seine Ziele besser erreiche als im Alleingang. Jeder, führte Kerker weiter aus, bleibe dabei zwar selbstständig, aber alle Mitglieder zögen an einem Strang. Man trete sozusagen mit einer Stimme am Markt auf, habe damit ein größeres Gewicht und könne mehr erreichen. Die Genossenschaft, so informierte Kerker dieser Tage weiterhin, treffe ihre grundsätzlichen Entscheidungen in der Generalversammlung aller Mitglieder. Jeder Genossenschafter habe unabhängig von seiner Kapitalbeteiligung nur eine Stimme. Dadurch seien alle "gleich" und die Genossenschaft könne nicht von einzelnen Mehrheitseignern dominiert werden.
Häckner und Kerker freuen sich, dass die "kommunale Familie" immer größer werde und eine satte Mehrheit bei der Betreibergesellschaft (das ist die Bürgerwindpark Sailershäuser Wald GmbH und Co.KG) habe. Die beiden werten es als wichtiges Signal, dass nun auch Riedbach mit großer Mehrheit den Beitritt beschlossen hat. Auf Anfrage erklärte Gemeinderat Detlef Hofmann aus Mechenried, dass er persönlich voll hinter dem Windpark stehe. Und nicht nur er, ergänzt er: Aus vielen Gesprächen in seinem Heimatdorf wisse er, dass die überwiegende Mehrheit der Dorfbewohner dem Projekt positiv gegenüber stehe. Auch die finanzielle Beteiligung werde in aller Regel gutgeheißen.
Auf die Stimmung im Ratsgremium beim Thema Windpark angesprochen, meinte Bürgermeister Bernd Fischer, die Diskussion sei zwar inhaltlich kontrovers, aber durchaus sachlich gewesen. Der Befürworter des Windparks spricht sogar davon, dass es relativ entspannt zugegangen sei. In einer Demokratie gebe es eben zu vielen Dingen unterschiedliche Meinungen.