Nein, der Lichtenfelser Stadtteil Reundorf ist kein zweites Aremorica und die Bewohner stärken sich auch nicht mit einem Zaubertrank. Aber sonst hat Reundorf allerhand mit dem kleinen gallischen Dorf gemeinsam. Zum Beispiel die keltische Vergangenheit, die Lage am Wasser mit dem Fischreichtum des Mains, die verschworene Gemeinschaft der acht Vereine und einen Asterix, der sich mit dem "Häuptling" und Vorsitzenden des Maintalhallen-Ausschusses, Siegfried Kerner, präsentiert.


Mit Sekt und Segen

Das neueste Bravourstück der Dorfgemeinschaft sind zwei neue Ortsschilder, die am Donnerstag feierlich geweiht wurden. Natürlich mit dem Segen der Geistlichkeit, Sekt, Häppchen und einem Fest in der Maintalhalle. Sogar Bürgermeister Andreas Hügerich war beeindruckt: "Ihr lebt uns vor, wie wir uns ein lebendiges Lichtenfels vorstellen: mit Gemeinschaftssinn, Gastfreundlichkeit und Weltoffenheit."
Auch der katholische Stadtpfarrer von Bad Staffelstein, Georg Birkel, war ebenso wie seine Ministrantinnen Eva und Alina begeistert. Das Gotteshaus mit der herzlichen Einladung "Grüß Gott in Reundorf" erinnerte ihn an Zeiten, als Mauern und Tore die Dörfer und Städte schützen mussten, die Bewohner um ihr Eigentum bangten. "Hier wird Leben gestaltet, ohne Mauern und Tore", sagte er. Für die evangelische Stadtpfarrerin aus Lichtenfels, Anne Salzbrenner, erlangte die oft benutzte Begrüßung eine neue Bedeutung. "Grüß Gott" sei eine Einladung zum Eintreten, so wie die Juden in ihrem neuen Tempel in Jerusalem die Ankommenden begrüßten. Siegfried Kerner erinnerte an die Entstehung der neuen Ortstafeln. Die alten aus Holz mussten ohnehin ersetzt werden, da sie morsch waren. So war man sich einig, die Tafeln modern und witterungsbeständig zu gestalten. Beide Schilder am Ortseingang, von Schönbrunn und Seubelsdorf kommend, kosteten zusammen 2400 Euro. Jeder der acht Vereine gab 100 Euro dazu und die Stadt legte den Rest drauf. Kerner hob die Bedeutung des Fremdenverkehrs hervor. 2015 konnte Reundorf 16 000 Übernachtungen verzeichnen. Im kommenden Jahr wolle man das 875-jährige Bestehen des alten Fischerdorfes feiern. Andreas Welz