Über den historischen Weinbau im Kulmbacher Land referierte Kreisfachberater Friedhelm Haun in der Baille-Maille-Allee. Eingeladen dazu hatte der Förderkreis zur Erhaltung und Verschönerung der Kulturlandschaft im Bereich der Gemeinde Himmelkron.
Zweiter Vorsitzender Herbert Mädl begrüßte die vielen Gäste, die sich - passend zum Vortrag - auch einen erfrischenden Frankenwein und herzhaften Zwiebelkuchen schmecken ließen.
Friedhelm Haun stellte fest, dass der Weinbau 1007 nach Hallstadt und Dörfleins kam. In den Folgejahren übernahmen das Bamberger Domkapitel und die Klöster St. Gangolf, St. Stephan, St. Jakob und Michelsberg die Förderung des Anbaus.
Zur Etablierung des Weinbaus im Raum Kulmbach verwies Friedhelm Haun auf eine Feststellung des bekannten Lehrers Max Hundt aus dem Jahr 1950: "Johannitermönche aus Unterfranken haben den Weinbau hierhergebracht."
Nachgewiesen ist laut dem Referenten, dass die Burggräfin Elisabeth am Südhang von Burghaig Weinstöcke setzen ließ. Und 1361 konnte die Fürstin dem neu gegründeten Augustinerkloster zu Kulmbach zwei Eimer aus ihrem "Wingert" übersenden. Und das Landbuch der Plassenburg verzeichnet im Jahr 1398 immerhin 72 Obst- und Weinberge.


Burghaig, Ködnitz, Feuln

Zur Frage, wo genau Wein angebaut wurde, gab Haun eine klare Antwort: "Burghaiger Hang, Plassenburg, Mühlberg bei Kauernburg, Fölschnitz, Ködnitz, Feuln und Wickenreuther Berg bei Mangersreuth."
Große Bedeutung erhielt der Weinbau unter Markgraf Albrecht. Er sorgte dafür, dass die Ausdehnung der Weinberge in Oberfranken mit "einigen Tausend Tagwerk" erfolgte. 1531 war die heutige Bierstadt von Weltruf von zahlreichen Weinbergen umgeben, in denen sogar kleine Wachhütten standen. Zur Wärmespeicherung wurden Sandsteinplatten um den Weinstock gelegt.
Die Preise im Jahr 1563 sind noch nachweisbar. So kostete ein Eimer Kulmbacher Wein zwei Gulden, der Eimer Burghaiger Wein dagegen drei Gulden. Im Vergleich dazu kostete ein Eimer Rheinwein fünf Gulden.
Der Niedergang des Weinanbaus um Kulmbach erfolgte ab dem 17. Jahrhundert. Um 1800 war er in den meisten Lagen erloschen. Die Menschen setzten auf andere Obstkulturen.
Mit einem Gedicht beendete Friedhelm Haun seinen Vortrag: "Das edle Gewächs der Traube rollt über den Gaumen zurück, die Augen geh'n auf und ich glaube, ich bin von dem Tropfen entzückt." Rei.