Burgkunstadt — Kinder auf Gefahren hinweisen und schulen ist das Ziel der Aktion des ADAC "Hallo Auto". Zentrales Thema ist dabei die Verkehrssicherheit für Kinder.
In Burgkunstadt auf dem Parkplatz des Freibades wurde den Schülern der Realschule gezeigt, wie lang der Bremsweg eines Autos sein kann. So handelt sich es bei den Teilnehmern im Straßenverkehr um zweierlei Gruppen. Und zwar die "Aktiven" (Fußgänger, Fahrradfahrer und Sporttreibende) und "Passive"(Autofahrer, Motoradfahrer und Lkw). Es wurde deutlich, dass die Passiven wesentlich schneller im Straßenverkehr unterwegs sind. Pädagoge Uwe Hauber vom ADAC zeigte den Kids, dass ein vorbereitetes Bremsen und ein unvorbereitetes Bremsen in ihrer Wirkung völlig unterschiedlich sind.
Die Aufgabe war, schnell über eine Linie zu laufen und dann plötzlich zu stoppen, oder wenn mit einer Fahne gewunken wird, zum Stehen zu kommen. Verblüfft waren die Kinder über den großen Unterschied, der sich ergab. Uwe Hauber macht deutlich, dass dies mit der Bremsreaktion zusammenhängt. Wenn man weiß, dass man halten muss, ist das Problem, zum Stehen zu kommen, geringer als bei einem plötzlichen Hindernis. Das Ergebnis des plötzlichen Anhaltens hängt vom Auge ab, das, was es sieht, ans Gehirn meldet und die letztendliche Reaktion von dort in die Beine geleitet wird. Schnell hatten die Kinder die dazugehörige Formel gelernt: Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg.
"Jetzt seid ihr zehn bis 15 Stundenkilometer schnell gerannt und wisst ungefähr, wie lange ihr braucht, um zum Stehen zu kommen. Wie lange denkt ihr, dass ein Fahrzeug mit 50 Stundenkilometern braucht, um plötzlich zum Stehen zu kommen?", fragte der Verkehrsfachmann. Er bat die Kinder, mit kleinen Verkehrshütchen dies zu schätzen. Dann stieg er in das Testauto, fuhr los und legte an der vorgezeichneten Linie eine Vollbremsung hin. Als er zum Stehen kam, waren alle sehr verblüfft. Der Anhalteweg war wesentlich länger, als es die Elf- bis Zwölfjährigen geglaubt hätten. "Im Ernstfall wären wir nach unserer Einschätzung alle tot", war die Meinung eines Schülers. "Ich gehe nicht mehr über die Straße, auch wenn ich ein Auto in weiter Entfernung kommen sehe", erklärte ein Mädchen. In den Augen der Schüler war zu sehen, dass sich diese Situation sofort bei ihnen festgesetzt hatte. Bei dem Versuch bei nasser Fahrbahn war das Ergebnis, dass die Kids den Stillstand des Autos wesentlich besser durchdacht hatten. Uwe Hauber empfahl den Kindern, wenn möglich immer eine Überquerungshilfe wie Fußgängerampel, Zebrastreifen oder Schulweghelfer zu nehmen, auch wenn man dafür 50 Meter Umweg in Kauf nehmen muss. Auch die Wichtigkeit des Angurtens stellte der ADAC-Beauftragte klar.
So durften immer wieder zwei Schüler angegurtet eine Vollbremsung im Testfahrzeug mitmachen. Den Zusehenden wurde schnell bewusst, dass man mit elf Jahren im Kindersitz hinten wesentlich besser aufgehoben ist. rdi