von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Heßdorf — Über eine Auskunft der Autobahndirektion zeigte sich Heßdorfs Bürgermeister Horst Rehder (BB) in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend verwundert und verwirrt.
Die Autobahndirektion hatte dem Gemeinderat im Mai die Planung für eine Park- und WC-Anlage (PWC) an der A 3 auf Höhe des Heßdorfer Ortsteils Klebheim vorgestellt. Ursprünglich war die Anlage weiter nördlich auf Adelsdorfer Gemeindegebiet geplant, kann dort aber angeblich aus Naturschutzgründen nicht verwirklicht werden. Für den jetzigen Standort muss bei Klebheim ein Wald gerodet werden, und Bürgermeister sowie Gemeinderäte fragten sich, ob bewirtschaftetes Ackerland oder ein Wald ökologisch wertvoller ist.
Die Vertreter der Autobahndirektion hatten den Gemeinderat darüber informiert, dass ein Naturschutzgutachten erstellt und der Gemeinde vorgelegt werde. Die Gemeinde forderte jetzt dieses Gutachten an, und die Antwort auf diese Anfrage sorgte nicht nur beim Bürgermeister für Irritationen. Nach Auskunft der Autobahndirektion wird es noch zurückgehalten, weil angeblich noch wichtige Stellungnahmen fehlen. "Diese Auskunft kollidiert etwas mit den Aussagen in der letzten Sitzung, denn es wurde dem Gemeinderat eine vollständige Abwicklung der Planung suggeriert", erklärte Rehder.
Der Bürgermeister unterstrich die Wichtigkeit der Anliegen und Interessen der Klebheimer Bevölkerung: "Die Klebheimer Bürgerinnen und Bürger sind mir wichtiger als die Autobahn. Die Aussage ,Abwägung' im Antwortschreiben der Autobahndirektion macht mich mehr als stutzig", meinte Rehder mit Kopfschütteln.
Das politische Ziel der Gemeinde müsse unter Begleitung des Bund Naturschutzes darin bestehen, diese PWC-Anlage zu verhindern oder zumindest den Schaden an Natur und Umwelt zu minimieren. Der Bürgermeister kündigte an, das Gutachten von Fachleuten prüfen zu lassen, sobald es vorliegt.
"Wir werden hier genauso verschaukelt wie beim beantragten Tempolimit", kritisierte Roland Sekatzek (SPD). Denn auch die Aussage zur Lärmbelästigung hatte in der letzten Sitzung die Gemeindevertreter nicht wirklich zufrieden gestellt. Die SPD-Fraktion hatte einen Antrag für ein Tempolimit von 120 km/h im Bereich von Heßdorf gestellt. Dass der berechnete Lärm genau bei 59,9 Dezibel knapp unter den erlaubten 60 Dezibel liegen soll, glaubt niemand im Gemeinderat.
Zur PWC-Anlage wurde inzwischen auch die Fraktion der Freien Wähler aktiv und lädt am Mittwoch, 9. Juli, um 18.30 Uhr zu einer Versammlung nach Klebheim ins Gasthaus Staudigel ein. Sie stellen die Sinnhaftigkeit der Anlage insgesamt in Frage und verweisen auf die in der Nähe liegenden Autohöfe sowie die Raststätte Aurach. "Warum soll das Adelsdorfer Gebiet schützenwerter sein als der Klebheimer Wald?", diese Frage stellen die Freien Wähler und wollen dazu die Bewohner von Klebheim mit einbinden.