Kronach — Greenpeace-Aktivisten protestierten bundesweit in über 40 Städten an Shell-Tankstellen gegen Ölbohrungen in der Arktis und für den raschen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die Kronacher Greenpeace-Gruppe beteiligte sich an heimischen Shell-Tankstellen am Protest. Die Aktivisten beklebten Zapfsäulen und Werbetafeln mit Protestlabeln und klärten Kunden über Shells Pläne in der Arktis auf.
Es war nicht der erste Protest, an dem sich die Kronacher Aktivisten beteiligten. Mit Aufklebern wie "Die Arktis ist zu kostbar, um den Klimawandel weiter anzuheizen!" kontern die Aktivisten den aktuellen Werbeslogan des Unternehmens, das Leben sei zu kurz, um Benzinpreise zu vergleichen. "Vom Schmelzen des arktischen Meereises durch den Klimawandel zu profitieren, um weiteres Öl zu fördern, ist eine klimapolitische Amokfahrt", sagt Helmut Wesolek, Aktivist aus der Greenpeace Gruppe Kronach. Die Umweltschützer fordern einen rascheren weltweiten Ausbau der Erneuerbaren Energien.


"Abhängigkeit beenden"

Anfang der Woche hatte Greenpeace eine Studie vorgelegt, nach der die Welt ihren Energiebedarf ab 2050 vollständig mit Erneuerbaren Energien decken könne. Die dazu nötigen Investitionen würden mehr als kompensiert durch eingesparte Brennstoffkosten. Zudem würden bis 2030 weltweit 20 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen. "Es ist an der Zeit, dass wir unsere Abhängigkeit vom Öl beenden", fordert Helmut Wesolek. "Shell darf der globalen Energiewende nicht länger mit weiteren Bohrungen im Weg stehen."
Shells Ölbohrungen in der Arktis würden zudem ein unkalkulierbares ökologisches Risiko bergen, unterstrich Wesolek. Die US-Regierung schätze die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen größeren Ölunfall auf 75 Prozent, wenn Shell vor der Küste Alaskas Öl findet und diese Quelle innerhalb der kommenden Jahrzehnte ausschöpft. Ein solcher aber hätte in der sensiblen Region, in der ausgelaufenes Öl kaum geborgen werden kann, katastrophale Umweltfolgen. rg