von unserer Mitarbeiterin 
Christiane Reuther

Wohnau — Viele Bauernhöfe leben nicht mehr nur von dem, was Äcker und Stallungen hergeben, sondern sie verwandeln ihren landwirtschaftlichen Betrieb in eine professionelle Lern- und Erlebniswelt. Die Familie Schmitt in dem Knetzgauer Gemeindeteil Wohnau hat ihren Hof schon vor einigen Jahren zum "Lernort Bauernhof" umgestaltet, um die Landwirtschaft mit allen Sinnen erfahrbar zu machen, und zwar für Kinder wie für Erwachsene.
Solch ein Projekt ist europaweit interessant, und so bekam der "Schmittn Hof" Besuch von 20 Landwirten aus dem polnischen Niederschlesien. Die Gäste, die zu Hause selbst landwirtschaftliche Anwesen betreiben, schauten sich das deutsche Vorbild genauer an; sie nahmen teil am Projekt "Entwicklung zum Lernort Bauernhof", das von die Europäische Union fördert. Es ist eine Kooperation zwischen den Landwirtschaftsministerien im niederschlesischen Breslau und in Bayern, um die deutsch-polnischen Beziehungen zu vertiefen.
Die Teilnehmer waren vier Tage auf sechs Bauernhöfen zu Gast, um ihren bayerischen Kollegen über die Schulter zu schauen und Ideen mit nach Hause zu nehmen. Jeder Hof präsentierte seine Stärken, deren Spektrum von der Milchviehwirtschaft bis hin zum pädagogischen Aspekt reichte. Dabei wurden auch Finanzierungsfragen im Vergleich zu Polen erläutert.
In Wohnau erfuhren die Polen viel Wissenswertes über den "Lernort Bauernhof". Es ist ein Pilotprojekt der Bayerischen Landesregierung, für das der "Schmittn Hof" als einer von sieben Schulungshöfen zertifiziert wurde. Erwin Schmitt gewährte seinen polnischen Gästen einen Einblick in Natur, Weinbau und Landwirtschaft. Der so genannte Erlebnisbauernhof am Fuße des Zabelsteins bietet die Möglichkeit, jenseits des Alltags zurück zur Ruhe zu finden. Das Pfund, mit dem man hier wuchern kann ist die unberührte Natur des Steigerwalds. Solch unberührte Landstriche gibt es auch in Polen. Die Gäste freuten sich über die fränkische Gastfreundschaft.