von unserer Mitarbeiterin Ulrike Langer

Wonfurt — Es war ein ungewöhnlicher Beginn für eine Gemeinderatssitzung. Denn mit den Worten aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galather "Ihr seid zur Freiheit berufen, dient einander in Liebe. Lasst euch vom Geist leiten. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung" begann am Montagabend in der Kirche in Wonfurt der Gemeinderat seine Arbeit.
Die Idee, die neuen Gemeinderäte und Bürgermeister Holger Baunacher (CSU) mit einem Wortgottesdienst vorzubereiten, stammt vom Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Ingo Laufer, zugleich Mitglied des Gemeinderats. "Ich dachte, dass es gut wäre, den Segen Gottes für unsere Arbeit mitzunehmen", gab er an. "Denn die Pfarrgemeinde und die politische Gemeinde sind eins vom Gedanken der Gemeinschaft."
Die Anregung nahm Diakon Michael Nowak gerne auf und lud den Gemeinderat in die Kirche ein. "Es ist ein schöner Impuls, eine neue Legislaturperiode mit dem Segen Gottes zu beginnen, und ein Zeichen der Verbundenheit", sagte er. "Zumal sich fast alle Gemeinderäte auch in der Kirche engagieren." Mit Paulus rief er die Anwesenden auf, sich vom Geist Gottes leiten zu lassen. "Als Gemeinderat hat man ja Verantwortung übernommen und will etwas Gutes für die Gemeinschaft tun. Der Geist ist es, der uns dabei das Richtige eingibt!" Nach dem Segen wünschte Nowak allen gute, gelingende Sitzungen, heftige Diskussionen und ein gutes Miteinander zum Segen für alle.
Die Reaktionen der Gemeinderäte auf diese Andacht fielen durchweg positiv aus. "Das war echt interessant", sagte Bernd Riedlmeier, und Wolfgang Thein betonte: "Kirche und Politik zusammenzubringen, das finde ich gut."
Zumindest der Wunsch, heftige Diskussionen zu führen, hatte bei den Gemeinderäten gefruchtet. Eineinhalb Stunden diskutierten sie im Rathaus in Wonfurt über die neue Geschäftsordnung und insbesondere über die Details wie den Verfügungsrahmen des Bürgermeisters, die Form der Einladung zu den Sitzungen und der Informationen zu den Tagsordnungspunkten, die Behandlung dringender Punkte und den Wunsch, möglichst über alles informiert zu werden. Unter anderem wurde der Verfügungsrahmen des Bürgermeisters von 3000 auf 7000 Euro erhöht, wobei er den Gemeinderat bei über 3000 Euro sowie über Personalangelegenheiten hinterher informieren muss. Falls der Bürgermeister und seine beiden Stellvertreter einmal verhindert sind, agieren Bernd Riedlmeier und Wolfgang Thein als deren Stellvertreter. Holger Baunacher riet den Gemeinderäten, künftig stärker das Ratsinformationssystem der VG Theres zu nutzen, in dem wichtige Informationen für die Gemeinderäte abzurufen sind.

Nur personifizierte E-Mails

E-Mails wird er künftig nur an die personifizierten E-Mail-Adressen versenden, nicht-öffentliche Informationen werden nicht versendet.
Der Antrag von Franz-Josef Selig, die Gemeinderatssitzungen langfristig festzusetzen und nur in Ausnahmefällen zu verschieben, wurde mehrheitlich abgelehnt. Verspätet eingehende oder erst unmittelbar vor oder während der Sitzung gestellte Anträge können nachträglich in die Tagesordnung aufgenommen werden, wenn die Angelegenheit dringlich ist und der Gemeinderat zustimmt.
Da Paul Hauck sich weigerte, Informationen über das Internet abzurufen, wurde festgelegt, dass er die Einladung und die Informationen zu den Sitzungen schriftlich erhält. Alle anderen Gemeinderäte erhalten die Einladung ebenfalls schriftlich und per E-Mail sowie weitere Informationen per E-Mail oder durch das Ratsinformationssystem. Am Ende wurden die geänderte Geschäftsordnung und die Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts einstimmig angenommen. Weil das Sitzungsgeld von 20 Euro auf 30 Euro erhöht wurde, steht den Gemeinderäten keine IT- und Druckkostenpauschale mehr zur Verfügung.