Klaus Schmitt

Wer kennt ihn nicht, den Zeiler Heiner Schneier. Über Jahrzehnte prägte er die Politik im damaligen Landkreis Haßfurt sowie im heutigen Kreis Haßberge und darüber hinaus entscheidend mit. Mittlerweile ist es viel ruhiger um ihn geworden. Der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete, Kreisrat, Zeiler Stadtrat und Ehrenbürger begeht am heutigen Montag seinen 90. Geburtstag.


Journalist beim FT

Seine Karriere begann Heiner Schneier als Journalist. 1947 fing er an zu schreiben. Bis 1955 war er für den Fränkischen Tag im damaligen Landkreis Haßfurt tätig, ehe er zum Haßfurter Tagblatt wechselte.
Politisch engagierte er sich gleich nach dem Krieg. 1946 trat er in die SPD ein, für die er 1952 erstmals in den Kreistag Haßfurt gewählt worden ist. Bis 2002 hatte er zunächst in diesem Gremium und ab 1972 im Kreistag Haßberge Sitz und Stimme. 50 Jahre gehörte er dem höchsten Organ des Landkreises an, davon 18 Jahre als stellvertretender Landrat (1972 bis 1990).
1962 wurde Heiner Schneier erstmals in den Landtag gewählt. Drei Legislaturperioden (bis 1974) gehörte er dem Parlament in München an. Schneier hatte Zugang zu den Schaltzentren der Macht. Und wenn ihm einmal eine Tür in München nicht offen stand, dann wusste der umtriebige Zeiler, wie er sich Gehör verschaffen konnte.
Schlitzohrig, unermüdlich und bisweilen auch etwas nervig setzte er sich für seine Mitbürger und seine Heimat ein. Als "unterfränkisches Wiesel" oder "Hans Dampf in allen Gassen" wurde Schneier auf den Gängen und in den Büros der Münchner Bürokratie bezeichnet. Ihm war es egal. Ihn trieb die Motivation an, etwas erreichen zu wollen.


Versierter Kommunalpolitiker

Im Zeiler Stadtrat wirkte er viele Jahre mit (bis 1999), davon eine lange Zeit als Vorsitzender der SPD-Fraktion. Für seine Verdienste um Zeil wurde ihm vor einigen Jahren die Ehrenbürgerwürde übertragen.
Für seine Partei, die SPD, hat er wie kein anderer die Basisarbeit betrieben. Hunderte von Mitgliedern hat er geworben und Dutzende von Ortsvereinen mit aus der Taufe gehoben. Die Basis macht die SPD stark, weiß Heiner Schneier. In späteren Jahren beschwerte er sich wiederholt darüber, dass seine Nachfolger bei dieser Aufgabe nachgelassen haben.
Über nichts ärgert sich Heiner Schneier mehr als über die Tatsache, dass Ortsvereine von der Parteiführung vernachlässigt werden. Dort sind die Menschen mit ihren Sorgen und Nöten, und die darf man nicht vergessen, mahnte er immer wieder.
Für die Menschen setzte er sich auch als Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt ein. Mit Stolz erfüllt ihn, dass die Arbeiterwohlfahrt in Zeil ein Seniorenheim betreibt.
Neben den örtlichen Ehrungen erfuhr Heiner Schneier zahlreiche Würdigungen auf höherer Ebene. Er ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.
Seine Partei verlieh ihm die Georg-von-Vollmar-Medaille; das ist eine der höchsten Auszeichnungen, die die Sozialdemokraten vergeben können.