In der jüngsten Sitzung legte Forstbetriebsleiterin Elke Breitenbach dem Gräfendorfer Gemeinderat den Jahresbetriebsplan für das Jahr 2016/2017 vor, den das Gremium einstimmig billigte.
Zunächst gab sie einen Rückblick auf den Zeitraum 2015/2016, in dem im Gemeindewald etwa 3600 bis 3700 Festmeter (fm) Holz eingeschlagen wurden. In der Jungdurchforstung wurden etwa 700 Festmeter eingeschlagen, der Rest in der Altdurchforstung und in der Verjüngungsnutzung.
Noch immer sind 28,5 Hektar mit über 14 Kilometer Zaun gesichert, davon sind 8,5 Hektar normale Kulturzäune und 20 Hektar Rotwildzäune. Finanziell war 2015 erfolgreich. Den Einnahmen von 193 600 Euro standen 109 500 Euro Ausgaben gegenüber. Somit betrug der Gewinn 84 100 Euro. 50 Prozent des Gemeindewaldes seien Rechtholz, große Aufwendungen stünden durch Rotwild an, und die Hauptbaumart Buche werfe nur bescheidene Gewinne ab. Der Wert sei daher zufriedenstellend.


Holzpreise unverändert

Für nächstes Jahr ist ein Einschlag von 3000 bis 4000 fm vorgesehen. Es stehen Pflege-, Schutz- und Wegemaßnahmen an. Die Räte stimmten dem Plan für 2016/2017 zu, ebenso den Holzpreisen, die sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändern. Da manche Rechtler in Wolfsmünster befürchteten, dass zu viel Totholz stehenbliebe, erläuterte Breitenbach die staatlichen Vorgaben und die Bedeutung von Totholz im Wald.
Nach den Vorgaben des Bayerischen Waldgesetzes sei die biologische Vielfalt des Waldes mit seiner Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion zu erhalten und gegebenenfalls zu erhöhen. Im Lebensraum Wald sind Hunderte Pilz- und Tausende Tierarten, vom Insekt bis zum Wirbeltier, auf Totholz angewiesen, erklärte Breitenbach.
Weil vor allem alte, abgestorbene Bäume im Wirtschaftswald eher selten seien, drohe vielen Arten das Aussterben. Für über 100 Vogelarten ist Totholz ein wichtiges Element, das durch die Zersetzung die Nährstoffe dem natürlichen Kreislauf zurückgibt. Damit verbessert sich neben der Bodenfruchtbarkeit auch die Fähigkeit des Untergrunds, Wasser zu speichern, was wiederum auch unter wirtschaftlichen Aspekten zu einem besseren Wald führt, führte die Forstbetriebsleiterin aus.
Aus der letzten Forsteinrichtung gehe hervor, dass im Gemeindewald nach okularer Betrachtung pro Hektar weniger als zwei Festmeter Totholz vorhanden seien. Das Naturschutzkonzept der Staatsforsten sehe zehn Biotopbäume pro Hektar, 20 Festmeter Totholz stehend und liegend, vor.


Natürlicher Bestandteil

"Ein Wald, der mehr Totholz aufweist, wirkt weniger ausgekehrt und aufgeräumt, sondern ursprünglicher, wilder. In einer Gemeinde, in der die Brennholznutzung seit jeher eine große Rolle spielt, ruft der Anblick von abgestorbenem, nicht genutztem Holz Irritationen hervor. Totholz im Wald ist aber ein natürlicher Bestandteil, der heutzutage stärker als früher ins Bewusstsein rückt", sage Breitenbach am Schluss.