von unserem Mitarbeiter Werner Baier

Pettstadt — Mit Investitionen gönnt sich die Gemeinde in diesem Jahr eine Atempause. Deshalb kommt der Vermögenshaushalt mit einem Volumen von 245 575 Euro so schmal daher wie schon lange nicht mehr. Aber das ändert sich: Für den Finanzplanungszeitraum 2016 bis 2018 hat Kämmerer Roland Hack einen Investitionsbedarf in Höhe von 4,25 Millionen Euro addiert. Dazu werden 1,77 Millionen staatlicher Zuwendungen erwartet. Rund 600 000 Euro werden auf dem Kreditmarkt gedeckt, aus Eigenmitteln sollen 1,9 Millionen kommen.

Grund- und Gewerbesteuer steigt

Weil die Kreditaufnahme mit Sicherheit auf Vorbehalte der Aufsichtsbehörde stoßen wird, beschloss der Gemeinderat, die Hebesätze für die Grundsteuern A und B sowie für die Gewerbesteuer ab 2016 von 300 auf 320 Prozentpunkte anzuheben. Pettstadt wird damit aber noch deutlich unter dem Kreisdurchschnitt von 340 Punkten liegen.
Der einstimmig verabschiedete Haushaltsplan hat ein Gesamtvolumen von 3 103 025 Euro. Daran hat der Verwaltungshaushalt mit 2,86 Millionen Euro den größten Anteil. Sein Volumen liegt um 300 000 Euro über dem bisherigen Höchststand im Jahr 2013. Zurückzuführen ist der Zuwachs vor allem auf die um 200 000 auf 450 000 Euro steigende Gewerbesteuereinnahme sowie auf die Erhöhung der Einkommensteuerbeteiligung von 910 000 auf 1 050 000 Euro. Auch klettern die staatlichen Zuweisungen für die Kindertagesstätten von 190 000 auf 285 000 Euro, analog der Steigerung der Plätze in Kindergarten und Krippe, einschließlich des neuen Waldkindergartens. Parallel dazu wächst allerdings auch der Zuschussbedarf der Kita: Die Gemeinde steuert statt 350 000 in diesem Jahr 515 000 Euro bei.
Wegen höherer Steuerkraft - Pettstadt verbesserte sich unter den 36 Kreisgemeinden von Rang 16 auf 9 - sinkt die staatliche Schlüsselzuweisung um 145 000 auf 267 000 Euro. Gleichzeitig muss Pettstadt mit 734 500 Euro knapp 90 000 Euro mehr Kreisumlage abführen.
Aus dem Verwaltungshaushalt können 101 375 Euro für Investitionen erübrigt werden. Da der Vermögenshaushalt durch Investitionszuweisungen des Freistaates, Herstellungsbeiträge und Grundstücksverkäufe gedeckt werden kann, bleiben voraussichtlich 91 000 Euro für die Rücklage übrig.

Schulden unter dem Durchschnitt

Dem stehen 1,108 Millionen Euro Schulden gegenüber. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf kostenrechnende Einrichtungen wie Abwasserreinigung und Photovoltaik. 548 000 Euro sind Kredite für sonstige Investitionen. Die Pro-Kopf-Verschuldung von 570 Euro am Jahresanfang liegt um über 100 Euro unter dem Landesdurchschnitt.
Kämmerer Roland Hack versicherte, auch diesmal risikoarm geplant zu haben. Als Beweis führte er an, dass die Steuerschätzung in Bayern von einer fünfprozentigen Steigerung bei der Einkommenssteuer ausgeht; im Haushalt 2015 habe er aber nur eine Zunahme um drei Prozent berücksichtigt.
Bürgermeister Jochen Hack hofft, dass das Haushaltsjahr ohne böse Überraschungen abläuft. Eine kleine Abweichung zeichne sich indes schon ab: Dem Konzept des Landkreises, in allen Gemeinden eine Energiequelle für Elektrofahrzeuge bereitzustellen, würde sich Pettstadt nicht verschließen. Bei der Rathaussanierung sei in weiser Voraussicht schon ein Leerrohr für den Anschluss einer Stromzapfsäule verlegt worden.
Einige dicke Brocken hat Pettstadt in den nächsten drei Jahren zu verkraften. So schätzt Bürgermeister Hack die Kosten der nicht förderfähigen Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses auf 600 000 Euro. Die Sanierung der Grundschule und die Schülerbetreuung steht mit einer Million Euro zu Buche. Dazu können allerdings 400 000 Euro Zuschuss eingeplant werden. Der Breitband-Ausbau verschlingt 400 000 Euro; davon trägt der Staat 280 000 Euro. Und dann steht der Neubau des Begegnungszentrums mit Bücherei an: Von 2,1 Millionen Euro Baukosten bleiben 1 020 000 Euro zur Eigenfinanzierung.