Bereits im Mittelalter als Arznei gegen den "Schwarzen Tod", die Pest, eingesetzt, gehört die Pestwurz (petasites hybritus) schon seit "ewigen Zeiten" zu den segensreichen Wildpflanzen des Frankenwalds.
Sie gedeiht prächtig in den Feuchtbiotopen der Rodach und an den sumpfigen Ufern des Köstenbachs in der "Grünen Stube" des Frankenwalds. Wie kaum ein anderes Gewächs ist die Bach-Pestwurz oder auch Rote Pestwurz mit ihren riesigen Laubblättern, die bis zu 1,50 Meter hoch und 60 Zentimer breit werden, die auffälligste aller einheimischen Wildpflanzen.
Schon zu Beginn unserer Zeitrechnung schätzten Griechen und Römer die Pestwurz als Heilmittel bei bösartigen Geschwüren. Im Mittelalter hatte die Pestwurz so hohen Stellenwert, dass sie sogar gegen die Pest einsetzt wurde, als letzter Hoffnungsschimmer im Kampf gegen den sogenannten "Schwarzen Tod".
Die Alchimisten des 19. Jahrhunderts "zauberten" Tinkturen und Extrakte gegen Krämpfe und Allergien. In der modernen Medizin finden Pestwurz-Präparate Anwendung bei Migräne, Heuschnupfen und Bronchialasthma.
Am Naturbad und Abenteuerspielplatz "Rodachauen" gehörten früher die Blätter der Pestwurz zur Standardausrüstung für alle großen und kleinen Abenteurer.
In der Sommerfrische bewährten sich die Laubblätter als Sonnenhut und Regenschirm gleichermaßen. Auf dem längst zugewachsenen und unwegsamen Terrain finden heute geschützte Pflanzen, Lurche, Schlangen, Vögel und Insekten ein behütetes Refugium und einen vielfältigen Lebensraum.


"Frankenwald-Rhabarber"

Wegen ihrer äußerlichen Ähnlichkeit mit Rhabarber bezeichnet der Frankenwäldler die Pestwurz mit etwas pelziger Zunge auch als den "Frankenwald-Rhabarber". Mehr Liebe zum Detail entfaltet da die japanische Küche. Dort werden die jungen Sprösslinge mit Tempura-Teig ummantelt und in heißem Öl herausgebacken.
Sie sollen leicht bitter schmecken und stehen auf der Speisekarte als "Fukino tou". Na dann: Guten Appetit! red