Haßfurt — Einschließlich der Vorbereitung haben die "Hawks" des ESC Haßfurt insgesamt 31 Partien bestritten, von denen sie nur zehn gewonnen haben. Für die Haßfurter, die in der Eishockey-Landesliga Nordost am Ende den zehnten Platz belegen, eingerahmt von den punktgleichen Konkurrenten VER Selb 1b und TSV Trostberg, lief die Spielzeit 2014/2015 keineswegs wie am Schnürchen. Welches Fazit ziehen Sportlicher Leiter Martin Reichert und der für die Erste Mannschaft zuständige Vorstand Andreas Kurz?

Wie bezeichnen Sie aus Ihrer Sicht die Saison der Haßfurter Hawks mit einem Wort?
Beide: Aufbau

Jetzt ein bisschen ausführlicher. Was lief gut, was weniger, was gar nicht?
Reichert: Beim Neuaufbau der Mannschaft wurde bewusst auf junge und weniger erfahrene Spieler gebaut. Einige haben hier toll eingeschlagen und sich weiterentwickelt, andere konnten leider nicht immer die Erwartungen erfüllen.
Was waren die Gründe dafür?
Kurz: Zum einen hatten wir sehr viele Verletzte, und zusätzlich waren es dann natürlich auch noch unsere Topspieler, welche verletzt waren. Zum anderen haben sich, wie bereits erwähnt, nicht alle Spieler positiv weiterentwickelt.

Sind Sie persönlich zufrieden mit dem Abschneiden?
Reichert: Vor der Saison hatten wir uns einen Tabellenplatz in Nähe des siebten Ranges erhofft. Heute ist es Tabellenplatz 10 und 15 Punkte dahinter. Ganz klar, damit sind wir nicht zufrieden. Es gibt aufgrund der Verletzten und, und, und, immer Begründungen. Aber nochmals: Nein, damit sind wir sportlich nicht zufrieden.

Was war das Saisonglanzlicht, was der Tiefpunkt?
Reichert: Saisonhighlight waren die beiden Derbysiege gegen Schweinfurt, peinlich genug für den ERV, wie sein Kapitän und bester Spieler an diesem Abend in Haßfurt die Ehrung durch einen Sponsor des ESC verweigerte. Tiefpunkt war das Wochenende in Inzell und Trostberg mit zwei Niederlagen.

Wer bleibt für 2015/2016? Gibt es schon definitive Abgänge, Neuzugänge?
Kurz: Abgänge, ja, es wird definitiv Veränderungen im Kader geben. Dazu werden allerdings noch Gespräche geführt. Neuzugänge, ja. Zum einen werden drei Jugendspieler endgültig zur Ersten Mannschaft stoßen, und zum anderen muss der Kader um zwei bis fünf Spieler erweitert werden. Geplant ist dann zu Anfang der kommenden Saison, in der Vorbereitung und bei einem Try-Out jedem die Möglichkeit zu geben, sich zu beweisen, bis dann der Kader auf insgesamt 22 Spieler inklusive Torhüter reduziert wird. Dieses Jahr konnten wir leider auf Grund der verzögerten Neuwahlen und der kurzen Zeit bis Saisonbeginn nicht alle Vorstellungen bezüglich des Kaders umsetzen.

Wie schaut es finanziell aus?
Kurz: Finanziell konnten alle noch offenen Verbindlichkeiten der Bayernligasaison getilgt werden. Auch die in diesem Jahr angefallenen Rechnungen konnten vollständig beglichen werden. Forderungen gegenüber dem ESC gibt es in Form von längerfristigen Darlehen. Wirtschaftlich insgesamt ein gutes Jahr für den ESC.

Bleibt Lubos Thür Trainer?
Reichert: Er bleibt Trainer. Ob er kommende Saison wieder Trainer der "Hawks" bleibt, ist noch offen. Beide Seiten haben Interesse bekundet. Nach einer Analyse der Saison werden die Gespräche nach der Saison geführt.

Wie lautet ihr Fazit?
Kurz: Ein Fazit würde ich gerne mit einem Zitat von Goethe beginnen: "Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen". Wir werden unsere Ziele und Planungen nach der Saison überprüfen und eventuell anpassen. Danach werden wir weiter an der Verwirklichung arbeiten.
Reichert: In der kommenden Saison werden wir den Weg weitergehen und den Fans und der Stadt Haßfurt zum zehnjährigen Jubiläum des ESC, welches ja im Dezember 2014 anstand, einige Highlights bieten.

Die Fragen stellte
Ralf Naumann.