"Brustkrebs, gynäkologische und urologische Tumore" standen beim 19. Patiententag im Fokus. Der Patiententag des Vereins "Gemeinsam gegen Krebs" und des Ambulanten Zentrums für Hämatologie, Onkologie und Gerinnung Kronach-Sonneberg fand erneut großes Interesse.
Dr. Martina Stauch ging näher auf Brustkrebs ein. Ausführlich wurde die Verlängerung der Antihormontherapie mit einem Aromataseinhibitor auf zehn Jahre für Frauen mit rezeptor-positivem Brustkrebs diskutiert. Die Antihormontherapie ist neben der Operation, der Chemotherapie und der Bestrahlung eine der wichtigsten Behandlungen bei Brustkrebs. Sie zielt darauf ab, die Bildung oder Wirkung vor allem von Östrogenen zu blockieren. So soll das Wachstum hormonempfindlicher Tumorzellen gestoppt werden. Die Standardbehandlung des Brustkrebses besteht aus einer operativen Tumorentfernung mit nachfolgender ambulanter, sechs Wochen dauernder, täglicher Bestrahlung. Letztere kann in bestimmten Fällen auch als sogenannte Kurzzeitbestrahlung über drei bis vier Wochen erfolgen. Daten aus Amerika und England belegen die Gleichwertigkeit dieses Vorgehens. Eine weitere Alternative bei sehr kleinen und lokal begrenzten Tumoren, stellt die sogenannte Teilbrustbestrahlung dar, welche, allerdings unter stationären Bedingungen, in nur einer Woche erfolgen kann.
Professor Dr. Gerhard Grabenbauer, Arzt und Strahlentherapeut DiaCura Coburg, erörterte die Vorgehensweise bei der Radiotherapie des Prostata- und des Harnblasenkarzinoms. Hier stehen mit der gezielten extremen, aber auch der sogenannten Brachytherapie, sehr elegante, wirkungsvolle und risikoarme Behandlungsalternativen zur Verfügung. Diese haben den Vorteil, dass im Gegensatz zur radikalen Operation die Funktion des jeweiligen Organs erhalten bleiben kann.


Interaktive Entscheidungshilfe

Urologe Dr. Jan Wolf informierte über Neuigkeiten aus der Früherkennung, Diagnostik und Behandlung von Prostatakrebs. Auch hier gelten regelmäßige Krebsfrüherkennungsuntersuchungen als sehr wichtig. Nach einer Diagnose Prostatakrebs hat man die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Patienten ein geeignetes Behandlungsverfahren entsprechend der wissenschaftlichen Leitlinien auszuwählen. Seit kurzem steht eine interaktive Entscheidungshilfe der Patientenakademie der Deutschen Gesellschaft für Urologie zur Verfügung. Der Patient kann sich damit besser auf das Arztgespräch vorbereiten.
Die Chefärztin der Gynäkologie an der Helios-Frankenwaldklinik, Dr. Annett Reinisch, erklärte die Tumorstadien und Symptome sowie eingesetzte Diagnostik bei Eierstockkrebs und nahm Stellung zur Epidemiologie dieser bösartigen Erkrankung sowie zu Risikofaktoren. Ihr Fazit: "Neue Therapieoptionen, die weniger kalendarische Einteilungen als biologische Eigenschaften berücksichtigen, werden die Behandlungen des Eierstockkarzinoms deutlich positiv verändern. Allerdings beklagte sie, dass eine effektive Früherkennungsmethode bis heute noch fehle.
Die Sportgruppe des Vereins "Gemeinsam gegen Krebs" zeigte Bewegungsübungen im Sitzen und wohltuende Meditation. Loretta Steinhäuser stellte ihre Methode zum Loslassen, Regenerieren und Ganzheitlichkeit "Lorenga" vor. Unter dem Motto "im Leben bleiben und zurück ins Leben" stellte Sven Scharr, Übungsleiter Sport in der Rehabilitation, das neue Sportprojekt des Ambulanten Zentrums für Hämatologie, Onkologie und Gerinnung Kronach-Sonneberg und des Vereins Gemeinsam gegen Krebs vor. eh