von unserem Mitarbeiter Markus Häggberg

Redwitz — Ob man denn nun wirklich ein Urteil brauche, erkundigte sich am Donnerstag Richter Armin Wagner bei der Staatsanwältin Melanie Krapf. Die schüttelte milde den Kopf und lächelte. Ein Friedensangebot sei das, so Wagner, der gegen einen 20-jährigen Türken eine Geldstrafe wegen eines Pass- und Meldevergehens verhängte.
"Ich arbeite als... Döner" - mit diesem unbeholfenen Satz, suchte der türkische Staatsangehörige aus dem östlichen Landkreis sein Arbeitsverhältnis zu beschreiben. Zunächst bezeichnete er sich als Ausbildungssuchender und nach und nach fielen während der allen Verhandlungen vorangestellten Förmlichkeiten noch Begriffe wie Lebensmittelverkäufer oder Imbissstubengehilfe. Zwischen November 2012 und April 2013 hielt sich der Mann ohne gültigen Ausweis in Deutschland auf. "Ich wusste nicht, dass das abgelaufen ist, weil sich mein Vater bisher ja immer darum gekümmert hat", sagte der Angeschuldigte.
Letztlich musste der junge Mann lernen, dass es Angelegenheiten gibt, die man besser selbst regelt. Es stellte sich heraus, dass er im Rahmen seiner Beschäftigung in der Imbissstube kaum mehr als 300 Euro pro Monat verdient.
Die Hälfte dieses Einkommens erachtete Wagner als für eine Geldstrafe angemessen.