JOsef Hofb auer

Von Initialzündungen sprach Planer Jörg Franke bei der Präsentation der Ergebnisse des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) in der Aula der Grund- und Mittelschule. Zusammen mit seinem Kollegen Reinhard Hutzelmann bescheinigte er der Stadt einmal mehr "erhebliche Entwicklungspotenziale".
Die Planer unterstrichen, sie wollten mit Ergebnissen einen Weg in die Zukunft aufzeigen. Ihre Empfehlungen wollten sie als Planungskorridor für die nächsten zehn Jahre verstanden wissen. "Unabhängig von lokalen Betroffenheiten" unterstrich Reinhard Hutzelmann. Verkehrsplaner Martin Heinze von "Transver" listete Maßnahmen auf, wie die Leistungsfähigkeit der B 470 erhöht und die übrigen Verkehrsströme möglichst optimal gelenkt werden könnten.


Sanierungsfälle

Damit sich Einheimische wie Besucher in der Stadt wohlerfühlten, müsse der Aufenthaltscharakter an einigen Plätzen erhöht werden, fand Jörg Franke.Verbesserungsbedarf sah er am Bahnhofsvorplatz ("wenig einladend"), am Marktplatz ("zugeparkt"), am Platz vor dem Rentamt ("ein Sanierungsfall") und an der Einmündung der Breitenbacher Straße in die B 470 ("sieht trist aus"). Mehr Grün, "mobile" Bäume und ein Parkplatz hinter der Nikolauskirche sollen gestalterische Mängel beheben und mehr Gäste in die Stadt ziehen. Der Bereich ab dem "oberen Tor" müsse komplett neu überplant werden. "Da ist zu wenig los", fand er Planer, der statt der Schrebergärten neben dem Landratsamt einen Parkplatz mit 30 Stellplätzen empfahl.


Lücken schließen

Den Ruf nach Bauland konnte Planer Jörg Franke angesichts gravierender Baulücken nicht nachvollziehen. Dringend riet er davon ab, die im Flächennutzungsplan ausgewiesenen 25 Hektar Bau-Erwartungsland im "Debert" wirklich bebauen zu lassen. Das Areal sei ökologisch zu hochwertig. Stattdessen riet Franke, das Baugebiet "Peunt III", seit 2000 ein Brachfläche, endlich zu realisieren. Auch das "Frömel-Gelände" stehe für eine Bebauung zur Verfügung. Bei einer Nachverdichtung im Gebiet Debert könnten 62 Wohnhäuser gebaut werden. Durch Arrondierungen könne die Nachfrage nach Bauland zusätzlich befriedigt werden. Dies gelte auch für die Außenorte.
Verbesserungsfähig nannte Franke die Gestaltung des Friedhofes. Die Lösung: Schatten spendende Bäume. In den Handlungsfeldern Tourismus, Soziales, Bildung und Freizeit wurde die Fläche zwischen Altstadt und Bauhof als besonders geeignetes Areal für Freizeitnutzungen aller Art identifiziert. Eine qualitative Standortentwicklung nannte Reinhard Hutzelmann als Ziel für den Bereich Wirtschaft, Dienstleistung und Gewerbe. Notgedrungen, denn Flächen für neue Betriebe stünden kaum zur Verfügung.


Manager gesucht

Hutzelmann empfahl, das Stadtkern-Impuls-Programm (SKIP) zu einem Standort-Impuls-Programm auszuweiten. Doch das Ganze brauche einen "Kümmerer". Deshalb sei die Einstellung eines "Managers" sinnvoll. Verbesserungsfähig sei die fußläufige Anbindung des Rewe-Marktes, sowohl zum Breitenbach als auch zur Innenstadt. Erhebliches Entwicklungspotenzial für die "Stadt am Wasser" sah Hutzelmann für den Tourismus. Wiesent (Paddelboote), Dampfbahn, die Nähe zur Fränkischen Schweiz, Wanderer und Radler (auch E-Bikes) müssten nur touristisch genutzt werden. Wichtig dabei: eine durchgehende Beschilderung und ein Nutzungskonzept für den Marktplatz mit klarer Trennung zwischen Verkehr und gastronomischer Nutzung. Auch das Kohlfurt-Wehr könnte stärker für die Naherholung genutzt werden. Bei der Beherbergung der Gäste bedürfe es einer Qualitätsoffensive. Und als familienfreundliche Stadt, so Hutzelmann, stehe Ebermannstadt ein Jugendtreff und ein Treffpunkt "Soziale Mitte" gut zu Gesicht.


Tempo-Bremse

Martin Heinze vom Planungsbüro Transver will den Verkehr auf der B 470 flüssiger machen. Die Hilfsmittel: Eine Kreisverkehr an der Einmündung der Ramstertalstraße, der Wegfall der Linksabbiegespur aus Richtung Forchheim kommend auf die Schulstraße (nur rund hundert Autos pro Tag) und eine bessere Abstimmung der restlichen Ampelschaltungen.
Nachts empfahl er komplett Tempo 30. Das soll auch auf der Feuersteinstraße gelten. Damit die Geschwindigkeit eingehalten wird, legte Heinze dem Stadtrat eine kommunale Verkehrsüberwachung (auch für die Wildparker am Marktplatz) nahe. Markierte Schulwege sollen für mehr Sicherheit sorgen und ein Bürgerbus soll die Mobilität der Senioren in den Ortsteilen verbessern.