Neustadt — Mit einer ganz schwachen Leistung verlor der PSV Franken Neustadt das Spitzenspiel gegen den KSC Frammersbach mit 5384:5412. In der bestens gefüllten Frankenhalle brachte das Heimteam nicht ansatzweise die eigenen Stärken auf die Bahnen und gab erstmals in dieser Saison die Tabellenspitze ab.
In der Partie Erster gegen Zweiter waren vor allem die Zuschauer einem Spitzenspiel würdig. Die Kegelbahn in der Frankenhalle war zeitweise bis auf den letzten Platz gefüllt und bot dem Topduell einen exzellenten Rahmen. Beide Seiten unterstützten ihre Teams vom ersten bis zum letzten Wurf lautstark und stärkten damit ihren Akteuren den Rücken.
Allerdings schien dies das Heimteam zu lähmen. Schon im Start enttäuschte Bastian Bieberbach auf ganzer Linie. "Am liebsten wäre ich im Erdboden versunken", resümierte Neustadts Startmann. Nach ordentlichem Beginn musste er gegen Christian Pfister vor allem auf der zweiten Distanz abreisen lassen und verlor mit 851:872 schon wichtige Hölzer.
Immerhin zeigte Kapitän Jürgen Bieberbach eine tolle Leistung und hielt mit bärenstarken 951 seine Farben gegen den ebenfalls starken Felix Imhof (946) im Spiel.
In der Mittelachse boten beide Seiten ihre Youngsters auf - mit dem besseren Ende für die Gäste. Tobias Bieberbach knüpfte nicht an die guten Heimleistungen an und blieb bei 861 stehen. Auch Julian Bajus erwischte nicht seinen besten Tag, sodass er mit 849 weitere entscheidende Kegel liegen ließ.
Das KSC-Paar um Kevin Laubach (886) und Christoph Welsch (912) brauchten nur durchschnittliche Zahlen um den Vorsprung der Unterfranken auf 108 auszubauen.
"Zwei Mal über 950 sind nun gefordert", hoffte Jürgen Bieberbach trotz des hohen Rückstands. Am Ende sollte er fast aufs Holz recht behalten. Ein bestens aufgelegter Michael Lohrer erzielte mit 959 die Tagesbestleistung und machte damit gegen Rene Appel (906) einen Teil gut.
Aber ausgerechnet Geburtstagskind Michael Moosburger hatte auf den ersten Hundert Wurf nicht den Kopf um die Aufholjagd mit zu forcieren. Sein hervorragender Endspurt kam zu spät, sodass er mit 913 gegen Ronald Kirsch (886) die Nase vorne hatte, aber eben nicht entscheidend.
"Drei Leute blieben heute hinter den Erwartungen und somit hatte es kaum etwas mit Spitzensport von unserer Seite zu tun". Auch Betreuer Ulrich Bieberbach konnte in seiner Analyse kaum Positives dem Auftritt seiner Truppe abgewinnen. Der PSV muss im Saisonendspurt nun somit auf einen Ausrutscher der Frammersbacher hoffen und selbst die beiden ausstehenden Partien gewinnen.

Stimmen zum Spiel

Jürgen Bieberbach (Spielführer PSV Franken Neustadt): Frammersbach siegte verdient, denn das war maßlos enttäuschend von uns. Die Gäste spielten erwartet ausgeglichen und das reichte um zu keiner Zeit in Gefahr zu geraten. Mit solchen Leistungen braucht man nicht von Erstligasport zu sprechen.
Christian Pfister (Spielführer KSC Frammersbach): Wir haben Neustadt auf dem falschen Fuß erwischt und heute das nötige Quäntchen Glück gehabt, dass uns sonst so oft in entscheidenden Spielen fehlte. nh