von unserem Mitarbeiter  Harald Rieger

Bamberg — Nicht nur am Volkstrauertag, sondern auch am Heiligen Abend ist der Ehrenhof für die im Krieg gefallen Soldaten ein beliebter Platz. Besonders zu Weihnachten treffen sich hier im Bamberger Friedhof stets mehrere Hundert Menschen aller Altersschichten, um eine besinnliche Stunde zu verbringen. Allerdings war es für Familien mit Kinderwägen, für Rollstuhlfahrer und für Senioren mit Rollator immer schwierig, auf den Ehrenhof zu gelangen, da einige Stufen überwunden werden mussten.
"Wir hatten daher ins Auge gefasst, zum 70. Jahrestages des Ende des Zweiten Weltkrieges den Zugang zum Ehrenmal behindertengerecht zu gestalten", erläuterte Bürgermeister Christian Lange (CSU) im Rahmen einer Ortsbesichtigung. Leider sei es zu Lieferschwierigkeiten bei den Steinen aus Muschelkalk gekommen, weshalb der ursprünglich anvisierte Termin am 8. Mai nicht eingehalten werden konnte.
Inzwischen jedoch wurde die Ehrenkriegerstätte barrierefrei mit einer Rampe aus Mauersteinen aus Kirchheim ausgestattet. "Besonders schön ist, dass der Zugang nun breiter wurde und durch die Entfernung einer Hecke der Ehrenhof jetzt viel besser wahrgenommen wird und man die Schönheit der Anlage nun erst richtig erkennt", lobte Lange die Umsetzung. Die reinen Materialkosten belaufen sich auf 20 000 Euro, die aus dem laufenden Etat des Friedhofsamtes entnommen worden sind.
Gleichzeitig mit dem Bau eines barrierefreien Zugangs wurde auch die erste von insgesamt 20 Steintafeln, auf denen die Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten verzeichnet sind, restauriert. Während diese Tafel in Eigenregime vom Garten- und Friedhofsamt der Stadt durchgeführt wurde, sollen die restlichen Gedenktafeln zeitnah vom Amt für Denkmalpflege restauriert werden. "Angedacht ist, dass pro Jahr vier Ehrentafeln erneuert werden, sodass bis zum Jahr 2020 die Namen der Soldaten auf allen Steintafeln wieder deutlich lesbar sind", schilderte der Bürgermeister.
Mit diesen und anderen Maßnahmen will Lange den Friedhof wieder stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung bringen. Denn, so betonte er, dieser sei nicht nur ein Ort der Trauer um die Hinterbliebenen, sondern auch ein Ort der Begegnung sowie der Erinnerungskultur.
Weitere Maßnahmen sind demnächst ein Rundweg mit Bamberger Persönlichkeiten. "Bis Ende des Jahres werden die Forschungsarbeiten abgeschlossen sein, dann wissen wir, welche Politiker, Wissenschaftlicher und bedeutende Bürger auf dem Friedhof begraben sind. Gemeinsam mit dem Stadtrat werden wir dann diejenigen auswählen, die für den Rundweg in Frage kommen", sagte Lange. Fest eingeplant sei auch wieder eine Führung durch den Friedhof zu Allerheiligen.
Die Ehrenkriegerstätte wurde im November 1927 fertiggestellt. Auf den 20 Steintafeln sind die Namen von 1304 Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind, verzeichnet. 1957 wurde die Steingestalt eines ruhenden Krieges um eine breite Mauerscheibe mit vier aufgesetzten Metallkreuzen und zwei flankierenden Reliefs erweitert. Am Rand des Umganges liegen die Gräber von 992 Kriegstoten aus dem Zweiten Weltkrieg.