Hätte der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung die vom Freistaat Bayern gewollte Einführung des Digitalfunks mit hauptamtlichen Kräften auf den Weg bringen müssen - es wäre eine sehr teure Angelegenheit gewesen. Darauf hat Wolfgang Simon, Geschäftsführer des für die drei Landkreise Coburg, Kronach und Lichtenfels sowie die Stadt Coburg zuständigen Zweckverbandes, am Montagabend bei einer Versammlung hingewiesen.
"Der ehrenamtliche Aufwand war enorm", sagte Simon, als er im Sitzungssaal des Coburger Landratsamtes die Mitarbeiter der verschiedenen Digitalfunk-Projektgruppen gemeinsam mit dem Zweckverbandsvorsitzenden, Coburgs Landrat Michael Busch (SPD), auszeichnete. Und der Geschäftsführer hatte auch Zahlen, um seine Einschätzung zu untermauern: 9500 Stunden ehrenamtlicher Zeitaufwand waren für die Einführung des Digitalfunks notwendig. Hätte man sie vergüten müssen, wären Kosten in Höhe von 215 000 Euro entstanden. Insgesamt sechs Arbeitsgruppen gab es, manche trafen sich über 60 Mal, um für den inzwischen bei allen Feuerwehren und Rettungsdiensten im Einsatz befindlichen Digitalfunk alle Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen. Ein Engagement, das auch Michael Busch begeisterte: "Die Zusammenarbeit hat hervorragend funktioniert."
Wolfgang Simon blickte noch einmal auf die dreieinhalb Jahre Entwicklungszeit zurück. Reichlich desillusioniert sei er im Februar 2013 von einer Sitzung aus Bayreuth nach Hause gekommen, erinnerte sich der Geschäftsführer an die Vorstellung der Pläne für den Digitalfunk. Doch dann sei dem Zweckverband ein "echter Glücksgriff" gelungen, berichtete Wolfgang Simon: Mit dem aus Altenkunstadt stammenden Kreisbrandinspektor Ottmar Jahn fand sich genau der richtige Mann für die nicht einfache Aufgabe des Projektleiters. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter, Ralf Weidenhammer, habe Jahn wichtige Führungsarbeit geleistet, schloss Simon. Alle Beteiligten der Projektgruppen erhielten eine Urkunde des Zweckverbandes.


Streit um ILS-Kosten

Den Digitalfunk erfolgreich eingeführt, wartet auf den Zweckverband und die ihm angeschlossenen Kommunen offensichtlich schon die nächste große Herausforderung. Wie Wolfgang Simon berichtete, laufen derzeit harte Verhandlungen, bei denen die Krankenkassen ihren finanziellen Anteil am Betrieb der Integrierten Rettungsleitstellen (ILS) dramatisch nach unten drücken wollen. Wohin sich die Anteile verschieben sollen, scheint klar: in Richtung der Feuerwehren und damit der Kommunen. Schon jetzt müssen die vier Zweckverbands-Kommunen eine Umlage von über 500 000 Euro für den ILS-Betrieb aufbringen. "Die Gesprächen lassen nichts Gutes erwarten", machte Simon deutlich, dass es langfristig kaum bei diesem Ansatz bleiben dürfte.