Hemhofen — Der Radlerclub von Hemhofen hatte am Samstagabend in die Mehrzweckhalle eingeladen, um mit allen Vereinen, Stammtischen, Freunden und Gästen seinen 50. Geburtstag zu feiern.
Bei der Veranstaltung wurden gleich zwei Projekte unterstützt. Ein Teil kommt der Aktion "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks zugute. Weiterhin wurden Armbändchen der Deutschen Kinderkrebshilfe mit dem Aufdruck "Eins werde ich nie tun: Aufgeben" oder "Mirko, gib bitte nicht auf!" angeboten. Aus dem Verkaufserlös dieser Bändchen soll die Therapie des an Lymphknotenkrebs erkrankten Mirko (Aktion "Mirko will leben") aus Heroldsbach unterstützt werden. Auf dem Festprogramm standen noch Ehrungen für lange Mitgliedschaft.
Viele Bilder vergangener Kirchweihen, aber auch von Ausflügen und Festlichkeiten konnten die Besucher den ganzen Abend auf einer Leinwand so nebenbei bewundern und so mancher Radler erkannte sich staunend wieder, auch wenn das Bild schon aus den Anfangszeiten des Clubs war.
Der Radlerclub mit 152 Mitgliedern hat nichts mit Fahrrädern und auch nichts mit dem leckeren Radlergetränk zu tun. Dies erfuhren die zahlreichen Gäste vom 1. Vorsitzenden Michael Ullmann in seiner Begrüßungsrede.
Die Hemhofener Kirchweih eröffnet immer am ersten Maiwochenende den Reigen der Kerwas in der Region. "Die Kerwa ist unser Hauptanliegen, das Aufstellen des Kerwasbaumes unser Ziel. Die Kerwa ist unsere fünfte Jahreszeit", betont Ullmann in seiner Festrede. Doch warum Radlerclub? "Nach Gesprächen mit unseren älteren Mitgliedern wurde herausgefunden, dass in unserem Vereinslokal früher hinten im Saal immer Radball gespielt wurde. Daher wahrscheinlich der Name." Aus dem früheren Vereinsnamen "Rehbocksclub" wurde 1965 der Name "Radlerclub".
Einige Hemhofener meinen aber auch, die Mitglieder wären von einer Kerwa zur anderen in der Umgebung mit dem Rad gefahren, andere sagen, die Frauen hätten ihre Männer mit dem Rad abgeholt. Man traf sich immer gerne bei der Mary im Goldenen Schwan, also der Vereinswirtin Marianne Anagnostou. Lotte Nienstedt stand ihr als Bedienung zur Seite. "Auch wenn Mary im Februar altersbedingt aufgehört hat, unser Vereinslokal ist und bleibt der goldene Schwan und Gott sei Dank haben wir in Nadine und Stefan Geist super Nachfolger gefunden", freut sich Ullmann. Der Verein unterstützt die Kerwasburschen so gut es geht. Deren Terminplan sei äußerst umfangreich. "Aber der wichtigste Tag ist immer der Mittwoch nach der Kerwa: Da geht's ins Palm Beach!"
Auch dem Bürgermeister und Schirmherrn Ludwig Nagel (CSU) war der Name "Radlerclub" trotz Erklärungen nicht ganz verständlich geworden. "Seid ihr 50 Jahre lang Rad gefahren oder habt ihr 50 Jahre lang Radler getrunken?", schmunzelte er. "Durch eure Brauchtumspflege leistet ihr einen wesentlichen Beitrag für die Kultur - egal wo der Baum steht", dankte er dem fleißigen Verein. Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich (SPD) erzählte, sie sei der gleiche Jahrgang wie die Radler, was nur Gutes bedeuten könne. "Das war damals ein reiner Männerverein und ich konnte leider auch als Hemhofenerin nicht beitreten", erinnerte sie sich.


Dank an die Unterstützer

Aber auch sie plädierte für den alten Stellplatz des Baumes. Es gab viele Grußworte und Glückwünsche. Karl Gambel von den "Hoserern" sprach im Namen aller Vereine und Stammtische Glückwünsche aus.
Bei der Feuerwehr bedankte sich der Vorstand speziell, denn die sei immer mit drei Blaulichtfahrzeugen zur Stelle. Zum Glück sei noch nie etwas passiert! Mit den Worten "Aber Finger weg vom Goldenen Schwan!", wendete er sich an den Bürgermeister. Einen großen Dank sprach er an die Damen aus "die uns immer fort lassen", an die Gemeinde, "die immer für uns da ist", an alle Ortsvereine und Stammtische, dem Musikverein für die musikalische Unterstützung, an alle, die im Verein einen Posten übernommen haben und somit Verantwortung übernehmen und ganz besonders an Mary und Lotte. "Mary ist das einzige weibliche Mitglied und so wird es auch bleiben", so Ullmann. Die Ehrungen durch ihn, den Zweiten Vorsitzenden Bernhard Lang mit Unterstützung von Bürgermeister Nagel beendeten den offiziellen Teil der Feier.
Die Gruppe "Soundexpress" aus Röttenbach sorgte für die musikalische Unterhaltung der Gäste. JB