Fränkische Blasmusik und exotischer Trommelwirbel. Deutscher Zwirn und bunte Stoffe aus Westafrika. Am Samstagabend begegneten sich in Oberhaid zwei ganz verschiedene Welten. Doch wohl alle, die die Einführung von Abbé Patrice Mor Faye aus dem senegalesischen Thiès als Pfarrvikar mitfeiern wollten, empfanden es als eine geglückte Mischung. Die Freude, für Oberhaid, Unterhaid und Staffelbach wieder einen festen Seelsorger zu haben, war allgemein zu spüren, die Kirche St. Bartholomäus fast bis auf den letzten Platz gefüllt.
"Mit offenen Händen" begrüßt Oberhaid seinen neuen Geistlichen, betonte Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD). Und das waren keine leeren Worte. Fahnenabordnungen der Ortsvereine und der Blasmusikverein begleiteten Abbé Patrice, Dekan Christoph Uttenreuther aus Hallstadt und den Bamberger Generalvikar Georg Kestel zum Gottesdienst. Die Einführung wurde musikalisch in einem gelungenen Mix durch die Oberhaider Jugendband mit Neuem Geistlichem Lied, durch Orgelmusik sowie afrikanischen Kirchenliedern mit Alexis Madokpon aus dem Benin und seinem Chor gestaltet.


Neue Seite aufgeschlagen

Mit dem 61-Jährigen Geistlichen aus der Bamberger Partnerdiözese Thiès schlägt die katholische Gemeinde Oberhaid eine "neue Seite im wechselhaften Buch ihres Lebens auf", sagte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Doris Naperkowski zur Begrüßung. Diese neue Seite gelte es mit Optimismus zu füllen. Grund dafür gibt es genügend. Denn Patrice Mor Faye ist nicht nur ein Seelsorger mit viel Erfahrung in Deutschland. Als Vorsitzender des Partnerschaftskomitees von Thiès hat er die Beziehungen zwischen den beiden Bistümern in den letzten Jahren maßgeblich mitgestaltet. 2017 kann man das zehnjährige Jubiläum dieser noch jungen Beziehung feiern. Doch die guten Kontakte sind schon viel älter, erläuterte Generalvikar Georg Kestel in seiner Ansprache. Über die Katholischen Landvölker gebe es schon seit über 50 Jahren "lebendige Beziehungen zwischen Menschen, Ländern und Kontinenten."
Der Gottesdienst und der anschließende Empfang im Pfarrheim - aufmerksam von rührigen Ehrenamtlichen der Gemeinde ausgerichtet - bildeten gleichzeitig den diesjährigen Akzent im Rahmen des bistumsweiten "Senegalsonntags", der zur Erinnerung an die Partnerschaft jedes Jahr am dritten Sonntag im September gefeiert wird. In Oberhaid ist es nun allerdings anders: Hier hat der Senegal zumindest die nächsten drei Jahre eine feste Bleibe.