Oesdorf — "Ortsumfahrung Oesdorf - ja oder nein?" - diese Frage spaltet derzeit die Bevölkerung im Heroldsbacher Ortsteil und im Gemeindegebiet. Eine Gruppe von Oesdorfer Bürgerinnen mit der in Zentbechhofen lebenden Lydia Göbel, deren Elternhaus in Oesdorf steht, hat sich gegen eine Ortsumfahrung ausgesprochen.
Göbel und ihre Mitstreiter machen mobil gegen eine vermeintliche Umgehungsstraße. Es gibt aber auch eine ganze Reihe Befürworter. Die Oesdorfer Gemeinderäte Peter Münch, Martin Schmitt und Eugen Gößwein (FWÖ), die eine tiefe Spaltung der Ortschaft wegen dieses Themas befürchten, heben warnend den Zeigefinger.


Starke Zweifel an Dringlichkeit

Unterstützung erhalten die Gemeinderäte dabei von Heroldsbachs Bürgermeister Edgar Büttner (SPD), der die gleichen Befürchtungen hat. Man stehe derzeit im ständigen Kontakt mit den beiden Bundestagsabgeordneten Thomas Silberhorn (CSU) und Andreas Schwarz (SPD), schreibt Gemeinderat Peter Münch in einer Pressemitteilung. Von deren Büros würde man sofort Bescheid bekommen, wenn ein Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplanes vorliege. Schwarz habe vor kurzem bei einem Termin gesagt, dass insgesamt rund 2000 Projekte angemeldet seien und maximal nur eine Handvoll in ganz Bayern in den vordringlichen Bedarf kommen werde. Dass da die Ortsumfahrung Oesdorf dabei sei, dürfe stark bezweifelt werden. Was wäre aber wenn doch? Sollte die Ortsumfahrung Oesdorf nun entgegen aller Erwartungen doch in den vordringlichen Bedarf kommen, erst dann müsse man sich über Linie und Trassenführung unterhalten, so Münch. "Sollte es dazu kommen, dass wir uns darüber Gedanken machen müssen, plädieren wir, dass über das ob und wie ein Bürgerdialog stattfinden sollte", so Münch weiter. Ein Streit über eine Sache von der derzeit keiner wisse, ob man sich überhaupt darüber Gedanken machen müsse, erscheine zum gegenwärtigen Zeitpunkt unsinnig, so der Gemeinderat weiter.
Die Gemeinderäte rufen zur Ruhe in der Dorfgemeinschaft auf. Dazu Münch: " Lassen Sie sich nicht verrückt machen von derzeit angeblichen feststehenden Trassenführungen mit Traktorwegen und so weiter. Dies entspricht nicht dem derzeitigen Planungsstand. Es existiert momentan keine konkrete Planung - es gibt momentan nichts, worüber man sich streiten sollte." hit