"Die Silberhochzeit ist abgeschlossen, jetzt wollen wir in 25 Jahren die goldene feiern", sagte Bürgermeister Stefan Förtsch bildhaft. Er hatte sich mit seinem Amtskollegen Markus Grüner getroffen, um das 25. Jubiläum der Zusammenarbeit Obertrubach-Egloffstein Revue passieren zu lassen. Mit dabei waren die Leiterinnen der Tourist Info Egloffstein, Christine Trautner, und Sylvia Müller aus Obertrubach.
Die ersten Überlegungen für eine Zusammenarbeit gehen auf 1988 zurück. 2015 lief monatlich ein Preisrätsel zu Fragen über das Trubachtal im Besonderen und die Fränkischen Schweiz im Allgemeinen. Das Rätsel wurde auf Facebook und der Homepage veröffentlicht.
Ein Sieger und häufiger Feriengast kam sogar, wie Christin Trautner berichtete, aus Oberhausen. Die Aktion hat demnach Interessenten weit über die regionalen Grenzen hinaus erreicht. Die letzte Siegerin war jetzt zum Treffen eingeladen. Es ist Christine Bauer aus Neudorf.


Kritik an Pretzfeld

Bedauert wird von beiden Bürgermeistern, dass die dritte Gemeinde im Trubachtal, Pretzfeld, den Fokus nicht so auf den Tourismus lege. Seit dem Amtsantritt von Bürgermeisterin Rose Starke orientiert sich die dortige Marktgemeinde auf andere Geschäftsfelder.
Der Urlaubsgast schätze die Region als Ganzes. Umso begrüßenswerter findet Förtsch, dass bereits ihre Amtsvorgänger die Bedeutung enger Zusammenarbeit erkannt hätten. Ein gutes Beispiel sei das Wanderparadies. Seit Langem, so Touristinfo-Leiterin Sylvia Müller, trete man gemeinsam auf Messen und Ausstellungen auf.
Großes Befremden erzeugte ein Bericht, der vor Kurzem in der Tagespresse erschienen ist und von einem möglichen Scheitern der Partnerschaft Egloffstein-Obertrubach berichtete. Angeblich wollte sich Obertrubach nicht mehr am gemeinsamen Gastgeberverzeichnis beteiligen. Markus Grüner stellte klar, dass Obertrubach den Auftritt seiner Gemeinde aus dem Verzeichnis der Tourismuszentrale eins zu eine ins lokale Gastgeberverzeichnis mit Egloffstein übernehme. Das spare Kosten.
Förtsch erläuterte, dass es natürlich unter den Gastgebern unterschiedliche Erwartungen gebe. Ein großer Gewerbebetrieb gehe anders an Internetwerbung und ein lokales gedrucktes Verzeichnis heran als kleine Anbieter. Über die ausgeprägtere Identität in der Trubachtalausgabe gebe es zwischen den Gemeinden nicht einmal ansatzweise einen Dissens, betonten beide Bürgermeister und die Vertreter der Touristinfos nachdrücklich.
Sylvia Müller betont das Geben und Nehmen in der Region, wo Großbetriebe über das Trubachtal hinaus ebenso profitieren wie kleinere Häuser. Barbara Dümmler beklagt, dass es kaum ein Programmangebot nach Oktober gebe. Sie selbst habe für ihre Gäste in attraktiver Lage ein breites Freizeitangebot. Überregional aber sei das Schließen ein großes Manko.


Breites Spektrum

Obertrubach hat in seiner Struktur neben den Ferienwohnungen große Beherbergungsbetriebe. Förtsch verweist aber darauf, dass auch in Egloffstein und den umliegenden Dörfern viele reizvolle Angebote der Gastronomie zu finden seien. Es seien eben oft "unauffällige Schatzkästchen, die entdeckt werden wollen". Die Gästeübernachtungen betrugen 2015 in Obertrubach 56 789, in Egloffstein waren es 33 459. Heuer erwarte man einen Zuwachs.