Die am 3. Juni in Frankfurt in der dritten Runde stattgefundenen Lohntarifverhandlungen im Maler- und Lackiererhandwerk sind ohne Er-gebnis beendet worden. Obermeister Erwin Held von der Innung Forchheim Stadt & Land zeigt sich in einer Pressemitteilung enttäuscht vom Verhalten der Gewerkschaft IG BAU: "Ich bin davon ausgegangen, dass in den Verhandlungen zeitnah ein vernünftiges Ergebnis für unsere Mitarbeiter gefunden wird. Mit der Praxis unserer Betriebe hat die völlig überzogene Forderung nach 6,9 Prozent mehr Lohn nichts zu tun. Die Gewerkschaft soll bitte die Kirche im Dorf lassen und sich vor Ort mit der Realität befassen."


"Kunde ist der Dumme"

Mit Blick auf das anstehende Schlichtungsverfahren hofft Obermeister Erwin Held, dass im Interesse der Beschäftigten dennoch bald ein Ergebnis gefunden wird, welches allerdings die Betriebe nicht völlig überfordern darf: "Wir befinden uns nach wie vor in einem schwierigen Wettbewerb mit Betrieben, die sich außerhalb jedweder Tarifbedingungen am Markt bewegen. Was nutzen vor diesem Hintergrund schöne Zahlen, wenn sie dazu führen, dass immer weniger Betriebe den Tarif anwenden können. Zudem werden sich die überhöhten Lohnforderungen in den künftigen Kalkulationen niederschlagen, somit ist wieder mal der Endverbraucher, unser Kunde, der Dumme. Dass darf so nicht eintreten." Laut Held richten sich immer mehr Abgaben, Beiträge und Versicherungen nach der "Bruttolohnsumme". Jedes Prozent Lohnerhöhung erhöht somit den Verrechnungslohn (den Lohn, den der Kunde zahlen muss) nochmals um ca. 0,2 - 0,3 Prozent. red